Marilyn Monroe

Der traurige Grund hinter ihrem wilden Liebesleben

Society International
27.05.2026 09:10

Ihr viel zu kurzes Leben war von unglücklichen Affären und zerbrochenen Ehen geprägt. Eine neue Biografie über Marilyn Monroe führt ihre schlechte Männerwahl nun auf ihre „Daddy-Issues“ zurück. 

In einer Gastkolumne für die „Daily Mail“ schrieb Autor Andrew Wilson, er habe sich „Hunderte Stunden an Interviews angehört und Dutzende unveröffentlichter Briefe sowie privater Tagebücher gelesen“, um zu einer Erkenntnis zu gelangen: Die Hollywood-Legende suchte ihr Leben lang nach Liebe durch einen Vater-Ersatz.

„Wollte geliebt und begehrt werden“
Wilson schreibt in „I Wanna Be Loved By You: Marilyn Monroe: A Life in 100 Takes“, dass sich von Monroes ersten Agenten Harry Lipton bis zu ihrem guten Freund, dem Dichter Norman Rosten, alle einig gewesen seien: „Marilyn wollte geliebt und begehrt werden, weshalb sie unbedingt ein Filmstar werden wollte.“

Im Zentrum dieser Unsicherheit stand der Mann, der durch einen DNA-Test im Jahr 2022 schließlich als ihr leiblicher Vater identifiziert wurde: Charles Stanley Gifford. Diesen hatte Marilyn als Kind nie kennengelernt, weil er ihre schwangere Mutter Gladys sitzen ließ. Die Suche nach ihrem leiblichen Vater sei für sie zu einer „regelrechten Obsession“ geworden.

Die Suche nach ihrem leiblichen Vater wurde für Marilyn Monroe zur wahren Obsession – und prägte ...
Die Suche nach ihrem leiblichen Vater wurde für Marilyn Monroe zur wahren Obsession – und prägte ihr Liebesleben.(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)

Von Vater zurückgewiesen
Wilson schreibt: „Ihr erster Ehemann Jim Dougherty erinnerte sich daran, wie Marilyn, die damals noch als Norma Jeane bekannt war, eines Tages Giffords Nummer bekam und ihn anrief. Sobald sie ihm sagte, wer sie war, legte er auf.“

Im Sommer 1950 habe sie dann erneut versucht, Kontakt zu ihrem Vater aufzunehmen, als sie nach Hemet nahe Palm Springs fuhr, wo Gifford eine Milchfarm gekauft hatte. Begleitet wurde sie von dem Klatschkolumnisten und Freund Sidney Skolsky, der sich an ihre Reaktion auf eine weitere Zurückweisung erinnerte: „Gifford wies sie mit den Worten ab: ,Hör zu, Marilyn, ich bin verheiratet, ich habe Kinder. Ich will nicht, dass du mir jetzt Probleme machst – so wie deine Mutter vor Jahren.‘“

Ein paar Wochen später machte sie die Reise nach Hemet erneut – diesmal mit ihrer Schauspiellehrerin Natasha Lytess. Sie hielten an einer Tankstelle nahe der Farm, und Lytess rief Gifford an. Doch erneut weigerte er sich, seine Tochter zu sehen. „Lytess sagte, dass er unglaublich grob und fies gewesen sei“, schreibt Wilson. „Er sagte, dass er nichts von diesem Mädchen namens Marilyn Monroe wissen wolle.“ Als Marilyn schließlich selbst zum Hörer griff und darauf bestand, ihm ihre Kontaktdaten zu geben, sei er „unfassbar beleidigend“ geworden.

Fühlte sich zu mächtigen Vaterfiguren hingezogen
Das Verlassenwerden und die spätere Zurückweisung durch ihren Vater habe Monroe laut Wilson kompensiert, indem sie sich zu mächtigen Vaterfiguren hingezogen fühlte. Tatsächlich nannte sie ihre ersten beiden Ehemänner „Daddy“ oder „Dad“. Joe DiMaggio unterschrieb seine Briefe an sie sogar mit „Pa“.

Im Buch wird außerdem eine Anekdote von Monroes Bekannten Henry Rosenfeld geschildert. Dieser erinnerte sich an eine Party, bei der die Gäste bei einem Spiel sagen mussten, was sie sich am meisten auf der Welt wünschten: „Marilyn sagte, dass sie sich eine schwarze Perücke aufsetzen, ihren Vater in einer Bar aufreißen und hinterher zu ihm sagen wolle: ,Und wie fühlt es sich jetzt an, mit deiner Tochter geschlafen zu haben?‘“ Laut Wilson habe Monroe dies zwar als Scherz dargestellt, doch „wer sich auch nur ein wenig mit Sigmund Freuds Theorien auskennt, kann daraus einiges herauslesen …“

Vater starb drei Jahre nach Monroe
Gifford meldete sich nie selbst bei Marilyn, ließ aber 1961 seine Tochter bei der Hollywood-Schauspielerin anrufen. Ralph Roberts – der Masseur der Schauspielerin und ein enger Freund – beschrieb die Situation in einer Tonbandaufnahme so: „Marilyn nahm den Hörer ab und sagte einen Moment später mit kalter, harter Stimme: ,Sagen Sie ihm, dass er mich über meinen Anwalt Mickey Rudin kontaktieren kann‘, bevor sie auflegte.“ Danach habe sie ihm erklärt, dass ihr Vater im Krankenhaus liege und sie sehen oder zumindest mit ihr sprechen wolle. „Doch Marilyn war noch immer unsagbar verletzt von seinen früheren Zurückweisungen und den grausamen Worten.“

Gifford starb 1965 im Alter von 66 Jahren an einem Herzinfarkt, drei Jahre nachdem seine berühmte Tochter Tod in ihrem Apartment gefunden wurde.

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