Wiederkehrs „Plan Z“

Lehrpläne werden „viel öfter umfassend geändert“

Innenpolitik
03.02.2026 12:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) hat angekündigt, künftig „viel öfter“ die Lehrpläne für Schulen zu ändern. Bisher sei das nur alle zehn bis 20 Jahre passiert, sagte er am Dienstag. „Es ist den Schülerinnen und Schülern und uns als Gesellschaft nicht zumutbar, dass wir hier jahrzehntelang der gesellschaftlichen Veränderung hinterherhinken.“ 

Wie berichtet, hatte Wiederkehr angekündigt, Stunden bei Latein beziehungsweise der zweiten lebenden Fremdsprache zu kürzen, damit Schulen mehr Zeit haben, den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu lehren. Man könne die Schülerinnen und Schüler nicht mit immer mehr Inhalten überfordern, sagte der Minister. Er verwies dazu auch auf eine Umfrage unter 45.000 Schülerinnen, Schülern, Eltern und Lehrkräften (siehe Video oben). Demnach sprechen sich 71 (Lehrkräfte) beziehungsweise 74 (Schülerinnen, Schüler und Eltern) Prozent dafür aus, die Inhalte bestehender Fächer zu kürzen und damit Platz für neue Themen zu schaffen.

Als wichtigste Kompetenz, die im Unterricht vermittelt werden sollte, nennen die Befragten soziale Kompetenzen und kritisches Denken. Viel Zuspruch gibt es für mehr Wahlmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen bei Fächern und Schwerpunkten, für Änderungen der Lehrpläne, das Streichen von bestehendem Lehrstoff und für ein neues Fach Wirtschafts- und Finanzbildung. Als Belastungen für das Bildungssystem nehmen die Lehrkräfte und Eltern den Einfluss sozialer Medien, Bürokratie, den Umgang mit heterogenen Klassen, Sprachdefiziten und psychischen Belastungen der Kinder und Jugendlichen wahr.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS)
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS)(Bild: Christof Birbaumer)

Berufsbildende Schulen folgen
Meinungsforscher Peter Hajek, der an der Studie mitgearbeitet hat, sprach am Dienstag von einer „mittelprächtigen“ Zufriedenheit. Auch die Zukunftsfähigkeit sei „nicht das Gelbe vom Ei“. Der Bildungsminister kündigte an, dass die Reform der AHS-Oberstufe samt Kürzungen nur der Anfang sei. So werde bereits an neuen Lehrplänen für berufsbildende Schulen gearbeitet, die AHS-Unterstufe und Mittelschulen sollen folgen. Weitere Schritte seien außerdem Bürgerforen, um die Themen zu vertiefen, und der „Plan Z“, der Maßnahmen über die Legislaturperiode hinaus enthalten soll. Dieser werde Ende März vorgestellt, kündigte der NEOS-Politiker an.

ÖVP und FPÖ äußern Kritik
Die Freiheitlichen sprachen in einer Aussendung von „kosmetischen Reformen“, mit denen sich das Bildungssystem nicht retten lasse. Wiederkehr greife die „grundlegenden Probleme“ nicht an. Das österreichische Bildungssystem bereite Kinder und Jugendliche beispielsweise unzureichend auf das Leben und künftige Anforderungen vor. Auch von ÖVP-Bildungssprecher Nico Marchetti kam Kritik. Schwerpunkte sollten nicht vom Ministerium vorgegeben, sondern schulautonom festgelegt werden, sagte der ehemalige Bundesschulsprecher. „Wenn wir nur sagen, wir kürzen irgendwo zwei Stunden und das füllen wir dann auf, dann ist das nur ein Flickwerk und kann nicht wirklich ein Reformentwurf sein“, kommentierte der ehemalige ÖVP-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka.

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