„Herübergewehte“ Spritzmittel von Äckern lösen bei Familien Sorgen aus. Vor allem stellen sie sich die Frage: Besteht eine Gesundheitsgefahr für die Kinder?
Der Wind weht in die falsche Richtung oder der Acker ist direkt neben dem Haus – und schon ist es passiert: Das ausgebracht Spritzmittel ist auch am Rasen des eigenen Garten gelandet, möglicherweise dort, wo die Kinder gerne spielen oder herumtollen. Für betroffene Familien stellt sich dann die Frage, ob sie ihren Nachwuchs noch in den Garten lassen sollen.
Sichtbare Rückstände
„Immer wieder erreichen mich besorgte Stimmen von Eigenheimbesitzern, die sich um die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf ihre Gärten und die Sicherheit ihrer Familien sorgen. Die sichtbaren Rückstände in Gärten im unmittelbaren Wohnbereich werfen viele Fragen auf: Welche Mittel werden eingesetzt, und wie sicher sind sie für unsere Kinder?“, berichtet Schattendorfs Bürgermeister und SPÖ-Gemeindesprecher Thomas Hoffmann.
Datenbank nicht öffentlich
Festzustellen wäre dies eigentlich ganz einfach. Denn seit Jahresanfang ist eine neue EU-Verordnung in Kraft, welche Landwirte ohnehin verpflichtet zu dokumentieren, wo wann was für ein Mittel ausgebracht wird. Öffentlich einsehbar ist diese Datenbank aber nicht. „Das ist nicht nur inakzeptabel, sondern widerspricht dem Grundgedanken der Transparenz. Gerade im sensiblen Bereich der Gesundheit haben die Bürger ein Recht auf umfassende Informationen“, sagt Hoffmann.
„Ist wichtiger Beitrag“
Er fordert daher eine öffentlich einsehbare Datenbank mit sämtlichen Informationen über die eingesetzten Pflanzenschutzmittel. „Das ist auch ein wichtiger Beitrag, um sicherzustellen, dass das gute Image der Landwirtschaft nicht durch wenige schwarze Schafe zu Schaden kommt“, erklärt Hoffmann.
ÖVP in der Pflicht
Er nimmt dabei besonders die ÖVP in die Pflicht. Diese sei zwar in einem parteiübergreifenden Konsens für die Herkunftsbezeichnung von Lebensmitteln – was ebenso mit Bürokratie verbunden ist – aber gegen die Ausweisung von Pflanzenschutzmitteln. „Das ist die Doppelmoral der ÖVP“, so der SPÖ-Gemeindesprecher.
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