Ach, übrigens...

Eberl, Heraf, Gumminoppen

Vorarlberg
10.05.2026 15:55

Ist schon bitter, wenn man etwas nur ganz knapp verpasst. So wie die Bayern aus München, denen zuletzt ein Tor für den Einzug in das Finale der Champions League fehlte. Auch Rapid Wien hatte ähnliche Erlebnisse, wie  „Krone“-Autor Harald Petermichl recherchiert hat. Sogar Bregenz-Coach Andy Heraf war da dabei.

Im niederbayerischen Städtchen Bogen, am Übergang vom Gäuboden zum Bayerischen Wald, stehen zwei Wiegen. Seit über 800 Jahren die des bayerischen Rautenwappens und seit 1973 die von Max Eberl, seines Zeichens Sportvorstand des FC Bayern München. Man könnte also davon ausgehen, dass in seiner DNA das niederbayerische Dogma, keine Denkvorgänge mitzusprechen, sondern lediglich Ergebnisse bekanntzugeben, tief verwurzelt sein sollte. Aber offenbar haben ihn mehr als 15 Jahre in Mönchengladbach am Niederrhein, wo das völlig anders gehandhabt wird, in dieser Hinsicht ein wenig „verdorben“, denn sonst sind seine wortreichen Einlassungen zur (durchaus diskutablen) Leistung des Unparteiischen beim Ausscheiden gegen PSG Mitte der Woche nur schwer erklärbar.

Dabei hatten schon ganz anderen Mannschaften das Pech, wegen eines einzigen nicht erzielten Treffers eine Verlängerung gegen PSG zu verpassen. Rapid Wien zum Beispiel. Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 8. Mai 1996, standen die Hütteldorfer im König Balduin-Stadion zu Brüssel (Stade Roi-Baudouin) im Finale des Europapokals der Pokalsieger und bekamen es dort ebenfalls mit dem Vorortclub aus Saint-Germain-en-Laye zu tun. Zum Finalsieg reichte es leider nicht, weil Peter Schöttel in der 28. Minute einen 30 Meter-Freistoß von Bruno N’Gotty so unglücklich abfälschte, dass Keeper Michael Konsel dem runden Leder nur noch hinterherschauen konnte. Beim 0:1 blieb es, auch weil die Grün-Weißen sich so gut wie keine Torchancen herausspielen konnten, abgesehen von einem Kopfball durch Andy Heraf, aktuell Übungsleiter des mäßig erfolgreichen Zweitligisten Schwarz-Weiß Bregenz.

Andreas Heraf wurde von seinem Gegenspieler getreten.
Andreas Heraf wurde von seinem Gegenspieler getreten.(Bild: GEPA)

Besonders gute Erinnerungen an das Finale hat Heraf offenbar nicht, wie er kürzlich in einem „Standard“-Interview kundgetan hat. So habe ihn Verteidiger Laurent Fournier „an den Haaren gerissen, getreten und mir damit die Schneid abgekauft“, während Patrice Loko ihm bei einer Ecke „mit voller Absicht ewig lang mit seinem ganzen Gewicht auf den Rist gestiegen“ sei. Das habe „mit den Metallstollen höllisch weh getan“ und „die heutige Generation mit ihren Gumminoppen“ könne sich das gar nicht vorstellen. Als fairer Sportsmann sagt er aber auch: „Ich habe das Finale so abgespeichert, dass wir eigentlich chancenlos waren.“ Immerhin kann sich Rapid damit trösten, auf europäischer Ebene zwei Mal den Mitropapokal, einmal den Zentropapokal und zweimal den Intertoto-Cup gewonnen zu haben, falls sich jemand erinnern sollte. Das hat selbst Bayern München nicht geschafft.

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