Drogengipfel gefordert

Angst vor Rückkehr der „Nordafrikanerszene“

Tirol
24.05.2026 07:00

Der Innsbrucker FP-Stadtparteichef Rudi Federspiel fordert nach den jüngsten Vorkommnissen die Einberufung eines Sicherheits- und Drogengipfels von Stadt, Land, Polizei und Staatsanwaltschaft.

Eine Serie von Todesfällen in der Innsbrucker Drogenszene erschüttert aktuell die Landeshauptstadt. Drei Mädchen im Alter von 13, 14 und 16 sowie zwei Männer im Alter von 24 und 28 wurden aus ihrem noch jungen Leben gerissen. Rund 160 bis 170 Kinder und Jugendliche konsumieren Schätzungen von Experten zufolge in Tirol regelmäßig harte Drogen. Der überwiegende Teil davon sind Mädchen. Hinzu kommen regelmäßige Gewalttaten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Drogendelikten stehen.

„Das hängt sicherlich auch mit der Rückkehr der so genannten Marokkaner- bzw. Nordafrikanerszene zusammen. Angesichts solcher Schockmeldungen und Zahlen kann und darf man nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagt der Obmann der Innsbrucker FPÖ, GR Rudi Federspiel. Seit Jahrzehnten ist das blaue Urgestein ein Vorkämpfer für die Sicherheit in der Stadt und trägt daher auch den Namen „Mister Law and Order“.

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2017 gelang es dann erstmals, die kriminelle Nordafrikanerszene aus Innsbruck zu verbannen, jetzt feiert sie aber leider ein Comeback.

Rudi Federspiel

Von der Regierung – Stadt wie Land – kommen laut Federspiel nur Spritzentauschprogramme und Forderungen nach einem Drogenkonsumraum, der mit den aktuellen rechtlichen Rahmenbindungen gar nicht möglich bzw. gar eine Drogenliberalisierung sei.

Die Konsumenten werden jünger, die Drogen härter
„Das alles sind aber nur Symptombekämpfungsmaßnahmen. Das ist definitiv zu wenig. Die aktuelle Drogenpolitik hat nämlich ganz offensichtlich zu einer dramatischen Verschärfung der Situation geführt, was selbst der Verein Z6 eingesteht“, betont GR Federspiel und zitiert aus einem Schreiben des Vereins.

Dort wird auf ein sinkendes Einstiegsalter, den zunehmende Konsum hochriskanter Substanzen (Benzos, Opiate, Kokain, etc.), erste Kontakte mit intravenösem Konsum bereits im Jugendalter unter 16 Jahren, Abhängigkeitsverhältnisse innerhalb von Gruppierungen sowie auf Ausbeutungs- und Druckstrukturen gegenüber jungen Mädchen verwiesen.

Der Bahnhof ist ein Drogen-Hotspot. Rudi Federspiel (FPÖ) fordert nach den Drogen- und ...
Der Bahnhof ist ein Drogen-Hotspot. Rudi Federspiel (FPÖ) fordert nach den Drogen- und Gewaltexzessen einen Sicherheitsgipfel.(Bild: Christof Birbaumer)

Der marokkanische Botschafter half 2017
Hinzu kommt die wieder aufkeimende Nordafrikanerszene. „Diese Drogen-Gruppierung hatten wir bereits im Griff“, verweist Federspiel auf 1400 Straftaten von 140 Innsbrucker Nordafrikanern im Jahre 2014. Markus Abwerzger und Rudi Federspiel haben sich damals mit dem marokkanischen Botschafter in Wien getroffen, der selbst Interesse gezeigt hatte, das Problem in den Griff zu bekommen, da das Verhalten seiner Landsleute ein schlechtes Licht auf das Königreich wirft. „2017 gelang es dann erstmals, diese kriminelle Gruppe aus Innsbruck zu verbannen“, betont Federspiel. Nun scheinen die Nordafrikaner ein Comeback zu feiern.

„Zeit, Samthandschuhe endlich auszuziehen“
„Allein in der 1. Jahreshälfte klärten die Drogenfahnder mehrere Suchtgiftdelikte, bei denen die Migranten die Hauptrolle spielten. Unter den 19 Festgenommenen befanden sich neun Marokkaner, zwei Algerier und ein Libyer. Dazu kam ein Mordversuch, der einem Marokkaner angelastet wurde. Und Ende April gelang der Polizei ein Coup, bei dem ein mutmaßlicher Dealer mit 17 Kilo Kokain und 24.000 Euro im Gepäck aus dem Verkehr gezogen wurde“, weiß Federspiel.

Es brauche daher wieder eine harte Vorgehensweise gegen Drogendealer. „Es ist höchste Zeit, die Samthandschuhe abzuziehen und einen Sicherheits- und Drogengipfel mit Stadt, Land, Polizei und Staatsanwaltschaft einzuberufen“, fordert er abschließend.

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