Überraschend

Ifo-Index: Stimmung in deutschen Chefetagen steigt

Wirtschaft
22.05.2026 13:53

Trotz geopolitischer Spannungen zeigt sich die deutsche Wirtschaft überraschend optimistischer. Die Stimmung in den Chefetagen hat sich zuletzt aufgehellt – doch Experten warnen weiter vor Risiken. Warum sich die Lage dennoch fragil präsentiert ...

Während die Spitzen der österreichischen Wirtschaft laut der jüngsten Umfrage des Unternehmensprüfers Deloitte eher pessimistisch gestimmt sind, zeigt sich im Nachbarland Deutschland mehr Zuversicht. Trotz der anhaltenden Folgen des Konflikts im Iran bewerteten deutsche Unternehmen ihre laufenden Geschäfte etwas besser. Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts stieg minimal, aber doch um 0,5 Prozentpunkte. Erwartet worden war eine Verschlechterung des Geschäftsklimas unter den rund 9.000 befragten Führungskräften.

Ifo Geschäftsklimaindex

Der bekannteste Frühindikator für die deutsche Konjunktur. Das Ifo-Institut in München befragt dafür monatlich etwa 9.000 Unternehmen zu ihrer aktuellen Lage und ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai auf 84,9 Punkte nach revidiert 84,5 Zählern im April, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter rund 9.000 Führungskräften mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 84,2 Punkte gerechnet.

Zitat Icon

Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich vorerst, die Lage bleibt aber fragil.

Clemens Fuest, Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung

Die Unternehmen waren etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften. Auch der Blick auf die kommenden Monate fiel weniger pessimistisch aus. „Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich vorerst, die Lage bleibt aber fragil“, erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest.

Die Bundesbank erwartet angesichts des Iran-Konfliktes anhaltenden Teuerungsdruck in Deutschland. Zugleich dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr stagnieren, nachdem es in den ersten drei Monaten des Jahres noch um 0,3 Prozent gewachsen war. Die gestiegene Inflation und damit einhergehende Kaufkraftverluste drückten den privaten Konsum, so die Einschätzung der deutschen Notenbank. Die EU-Kommission traut der hiesigen Wirtschaft trotz der positiven konjunkturellen Wirkung des Fiskalpakets nur ein Wachstum von 0,6 Prozent zu.

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