„Nicht kooperativ“

Mutter von ausgesetzten Buben soll vor Haftrichter

Ausland
22.05.2026 13:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Mutter jener Buben im Alter von drei und fünf Jahren, die auf einer Landstraße in Portugal ausgesetzt wurden, soll einem Haftrichter vorgeführt werden. Auch dem Stiefvater, einem Ex-Polizisten, droht diese Maßnahme – das französische Paar soll sich zudem erst vor wenigen Monaten kennengelernt haben.

Die am Donnerstag festgenommenen Franzosen würden voraussichtlich am Freitagnachmittag einem Haftrichter in der Stadt Setúbal vorgeführt, sagte der Sprecher der Nationalgarde der Republik (GNR), Oberstleutnant Carlos Canatário, im staatlichen TV-Sender RTP. Die beiden hätten sich bisher nicht kooperationsbereit gezeigt.

Untersuchungshaft wahrscheinlich
Angesichts der schweren Vorwürfe wie häusliche Gewalt sowie Aussetzung und Vernachlässigung der Kleinkinder wird mit der Anordnung von Untersuchungshaft gerechnet. Zudem gebe es zwei europäische Haftbefehle aus Frankreich wegen Kindesentzugs und Vernachlässigung eines 16-jährigen weiteren Sohns der Mutter. Die beiden müssten deshalb unabhängig vom Ausgang des Verfahrens wegen der Aussetzung der Kinder in Portugal auch vor dem Berufungsgericht in der Hauptstadt Lissabon erscheinen, das für solche ausländischen Anträge zuständig ist. Auch dort dürfte Haft angeordnet werden.

Das französische Paar wurde von der portugiesischen Nationalgarde (Guarda Nacional Republicana) ...
Das französische Paar wurde von der portugiesischen Nationalgarde (Guarda Nacional Republicana) während des Mittagessens in einem Café festgenommen.(Bild: João Macedo - stock.adobe.com)

Die 41-jährige Mutter und ihr 55-jähriger Partner sollen die beiden Buben im Alter von drei und fünf Jahren in Zentralportugal ausgesetzt haben. Einem Autofahrer waren die Kinder am Dienstag weinend und allein an einer abgelegenen Landstraße nahe Alcácer do Sal, rund 60 Kilometer südöstlich von Lissabon, aufgefallen. Der Mann kümmerte sich um sie und verständigte die Polizei. Nach Angaben portugiesischer Medien sollen die Brüder erst wenige Tage zuvor mit Mutter und Stiefvater eingereist sein. Nach einer Fahndung wurden Mutter und Stiefvater am Donnerstag festgenommen.

Mutter soll die Kinder entführt haben
Bisher hatte die Mutter das Sorgerecht und der Vater ein Besuchsrecht, wie die französische Zeitung „Dernières Nouvelles d‘Alsace“ unter Berufung auf den Staatsanwalt von Colmar im Elsass, Jean Richert, berichtete. Der leibliche Vater habe die Mutter und die Kinder bei der Polizei in Colmar als vermisst gemeldet, dort hatte man sich auch schon Sorgen gemacht, weil die Buben nicht mehr in den Kindergarten gekommen waren. In Frankreich sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Aussetzung Minderjähriger eingeleitet worden, berichtete „Le Parisien“.

Nach Angaben von Staatsanwalt Jean Richert verschwand die Mutter „ohne jede Erklärung“ mit den Kindern. Auch in Frankreich sei intensiv gesucht worden, schrieb „Dernières Nouvelles d‘Alsace“ weiter. Der von ihr getrennt lebende Vater habe sich inzwischen selbst bei der Polizei gemeldet. „Er versteht es genauso wenig wie alle anderen“, sagte der Staatsanwalt laut dem Bericht. Inzwischen sei er auf dem Weg nach Portugal, um das Sorgerecht für seine Söhne zu beantragen.

Stiefvater ehemaliger Polizist
Bei dem Stiefvater soll es sich nach Informationen von RTP um einen ehemaligen französischen Polizisten handeln, der nach längerer Depression aus dem Dienst ausgeschieden sei. 2010 sei er wegen häuslicher Gewalt gegen seine damalige Ehefrau verurteilt worden. Die Mutter der Kinder habe er „vor einigen Monaten“ kennengelernt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung