Ein heißer Sommertag in Wien endete in einer brutalen Attacke: Einem 40-jährigen Mann wurde im August vergangenen Jahres auf einem Spielplatz im Minna-Lachs-Park in Mariahilf ein Messer ins Gesicht - zwischen Nasenwurzel und Auge - gerammt. Vor den Geschworenen im Landl schilderte das Opfer am Mittwoch den Horror-Angriff, der sein Leben bis heute bestimmt ...
Knistern im Ohr, fehlender Geruchssinn, Kopfschmerzen, Krämpfe im Bein. Das ist nur ein Teil einer langen Liste von Symptomen, die den 40-jährigen Restaurantfachmann bis heute begleiten. Wie es dazu kam?
Mit Sohn Basketball gespielt
Der Angriff ereignete sich am 25. August 2025 im Minna-Lachs-Park in Wien-Mariahilf. Das Opfer spielte dort mit seinem zehnjährigen Sohn Basketball. „Es war ein heißer Sommertag. Ich war erschöpft, habe mich hingesetzt und kurz aufs Handy geschaut“, schilderte der Wiener.
Dann tauchte plötzlich der spätere Angreifer auf – er wurde am Mittwoch von Anwalt Rudolf Mayer vertreten. Laut Opfer war der Mann im Grätzl bereits zuvor aggressiv aufgefallen. Schon Wochen vor der Tat soll er den Familienvater auf der Straße angepöbelt haben. „Das ist mein Bezirk“, habe der Betroffene damals gesagt und dabei provokant seine Fäuste gestreichelt. Was der 40-Jährige nicht wusste: Der Betroffene litt an paranoider Schizophrenie.
Foto für Polizei aufgenommen
Als das Opfer am Tattag ein Foto des Mannes für die Polizei machen wollte, eskalierte die Situation. Auf die Frage, was er von ihm wolle, soll der 32-Jährige geantwortet haben: „Ich zeig dir, was ich will“ – dann zog er plötzlich ein Klappmesser. Der erste Stich ging laut Anklage in Richtung Kopf. Das Opfer konnte den Angriff noch mit dem Arm abwehren und erlitt dabei eine Verletzung am Ellenbogen.
Nur dank meiner Sonnenbrille habe ich den Stich überlebt.
Ist sich der Zeuge (40) vor Gericht sicher.
Doch Sekunden später folgte der zweite, wuchtige Stich: direkt zwischen Nasenwurzel und linkem Auge. Die Klinge durchschlug Knochen, drang durch die Augenhöhle bis ins Gehirn ein. Laut Gerichtsmedizin erlitt das Opfer unter anderem eine geöffnete Schädelhöhle, Hirnblutungen sowie schwere Verletzungen an Augen- und Stirnhöhlen. Der 40-Jährige ist sich sicher: „Nur dank meiner Sonnenbrille habe ich den Stich überlebt.“
Unfall bei medizinischem Eingriff
Besonders dramatisch: Bei einer späteren Operation an der Schädelbasis brach sogar ein medizinisches Instrument ab. Ein Metallsplitter verblieb im Gehirn des Opfers. Bis heute leidet der 40-Jährige an den Folgen der Attacke. Auch der Geschmackssinn des Restaurantfachmanns ist kaum mehr vorhanden. Auch sein Sohn leidet unter dem Erlebten. „Er spricht kaum darüber. Meint, es geht ihm gut“, sagte der Vater. Dabei sei das Kind früher sehr lebhaft gewesen.
Behandlung mit hochdosierten Medikamenten
Ein psychiatrischer Sachverständiger warnte im Prozess eindringlich vor weiterer Gewalt. Die Gefahr, dass es ohne Unterbringung erneut zu ähnlichen Vorfällen komme, sei groß. Der Betroffene befinde sich derzeit im forensisch-therapeutischen Zentrum Josefstadt und werde dort mit hochdosierten Medikamenten behandelt. „Bei so einer hohen Dosis liegt ein gesunder Mensch ein paar Tage flach“, erklärte der Gutachter.
Besonders alarmierend: Laut Psychiater habe der Mann ein „Faible für Waffen“ und sei bereits mehrfach einschlägig vorbestraft.
Am frühen Nachmittag dann die Entscheidung: Auch die Geschworenen haben sich für eine Unterbringung des 32-Jährigen ausgesprochen.
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