Einspruch erhoben

Am Friedhof getötet: Mordanklage gegen 14-Jährige

Wien
22.05.2026 09:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der tödlichen Messerattacke auf eine 67-jährige Frau am Wiener Friedhof Baumgarten steht die 14-jährige Tatverdächtige nun vor einer Mordanklage. Doch bevor es zum Prozess kommt, gibt es heftige Diskussionen um den psychischen Zustand des Mädchens.

Die Staatsanwaltschaft Wien geht laut einem psychiatrischen Gutachten davon aus, dass die Jugendliche trotz einer schweren Persönlichkeitsstörung zurechnungsfähig ist. Dagegen wehrt sich nun ihre Verteidigerin Astrid Wagner. Sie hat Einspruch gegen die Anklage erhoben und fordert ein weiteres psychiatrisches Gutachten.

Jetzt muss Wiener Oberlandesgericht entscheiden
„Das in diesem Zusammenhang beantragte Gutachten erscheint mir nicht schlüssig“, erklärte Wagner. Ziel des Rechtsmittels sei es, die 14-Jährige als zurechnungsunfähig einstufen zu lassen. Damit würde sie nicht als schuldfähig gelten und könnte statt einer regulären Haft in einem forensisch-therapeutischen Zentrum untergebracht werden.

Der Akt liegt derzeit beim Wiener Oberlandesgericht (OLG), das nun über den Einspruch entscheiden muss. Eine Entscheidung könnte schon bald fallen.

Die Jugendliche sitzt aktuell im forensisch-therapeutischen Zentrum der Justizanstalt Asten. Laut Gutachten leidet sie an einer instabilen Persönlichkeitsstörung, soll aber gewusst haben, dass ihre Tat Unrecht war.

Die Bluttat hatte am 23. Februar für Entsetzen gesorgt: Eine Passantin entdeckte die 67-Jährige gegen 17.30 Uhr mit zahlreichen Stich- und Schnittverletzungen am Friedhof in Wien-Penzing. Jede Hilfe kam zu spät.

Die Frau wurde am Friedhof Baumgarten regelrecht niedergemetzelt. Die 14-jährige Verdächtige ...
Die Frau wurde am Friedhof Baumgarten regelrecht niedergemetzelt. Die 14-jährige Verdächtige gestand die Tat.(Bild: Zwefo)
(Bild: Zwefo)

Kurz darauf wurde die psychisch auffällige Jugendliche in jener sozialpsychiatrischen Wohngemeinschaft festgenommen, in der sie seit November lebte. Die Polizei stellte dabei ein Taschenmesser, blutverschmierte Kleidung und das Handy der Verdächtigen sicher. Auf dem Mobiltelefon soll sich sogar ein Video der Tat befinden.

Geständnis, aber kein Motiv
Bei ihrer Einvernahme legte die 14-Jährige ein Geständnis ab. Ein Motiv nannte sie allerdings nicht. Laut bisherigen Ermittlungen dürfte sie ihr Opfer zufällig ausgewählt haben.

Besonders brisant: Die Jugendliche soll vor der Tat zehn Tabletten eines verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittels aus der Gruppe der Benzodiazepine eingenommen haben.

Für Mord drohen Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren in Österreich bis zu zehn Jahre Haft. Sollte zusätzlich eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum angeordnet werden, könnte diese unter Umständen auch nach Verbüßung der Haftstrafe unbefristet verlängert werden.

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