Das Top-Gesprächsthema beim Sonntagsbrunch mit unseren Kindern: der Eurovision Songcontest des Vorabends. Meine Rolle beschränkte sich auf jene der Zuhörerin. Erstens hatte ich nicht geschaut, zweitens war meine Meinung gar nicht gefragt. Das Witzigste wäre die Pokalübergabe gewesen.
Mit dem Kommentar: „Das regt dich sicher auf“, präsentierten sie mir ein Video, auf dem der österreichische Vorjahressieger JJ unter „Biiitsch“ -Gekreische euphorisch auf die bulgarische Gewinnerin Dara zuraste. Bevor ich mich empören konnte, was denn ein solches Schimpfwort dort zu suchen hätte, meinte meine Tochter: „Das ist natürlich daneben. Aber unter gewissen jungen Leuten nennt man sich gerne so.“
Obwohl ich viel Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und jungen Eltern habe, ist mir dieser Teil der Generation Z nie begegnet. Wer eine meiner Schülerinnen mit „Bitch“ begrüßt, kann sich nämlich warm anziehen. Geht es blöd her, steht mitunter ein Bruder oder der Vater vor der Schule, um die Sache zu „klären“. Das Wort wird im Umfeld meiner Schüler immer abwertend verstanden, und zwar in jeder Sprache.
Was nehme ich aber von JJs Blase mit? Sollte ich beim nächsten Bitch-Sager mit: „Beschwer‘ dich nicht! Für deine Generation ist das kein Schimpfwort mehr“, argumentieren? Eine Menge erboster Eltern würde am nächsten Tag vor der Direktion meiner Schulleiterin stehen. Dann besser doch Gespräche über Beleidigungen und Abwertung von Frauen führen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.