KV-Verhandlungen

Beschäftigte der chemischen Industrie streiken

Wirtschaft
21.05.2026 19:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Donnerstag ist die sechste Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der chemischen Industrie ergebnislos zu Ende gegangen. Die Gewerkschaften GPA und PRO-GE rufen jetzt zu zweistündigen Warnstreiks auf. „Wir verlagern den Konflikt nun in die Betriebe“, sagten Mario Mayrwöger (GPA) und Hubert Bunderla (PRO-GE).

Die vorgeschlagene KV-Erhöhung entspreche nur „einem größeren Familieneinkauf“. Das Angebot der Arbeitgeberseite sieht eine Einmalzahlung von 250 Euro an die etwa 50.000 Beschäftigten vor. „Österreich kämpft im internationalen Wettbewerb mit erheblichen Nachteilen“, sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Ernst Gruber. Seit 2020 seien die kollektivvertraglichen Abschlüsse der chemischen Industrie in Österreich um rund zwölf Prozentpunkte über jenen in Deutschland gelegen. In unserem Nachbarland werde die Industrie wettbewerbsfähig gehalten.

Die Gewerkschaften haben zu einem zweistündigen Streik zwischen dem 26. Mai und 1. Juni aufgerufen. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Jahr und Tag fleißig gearbeitet (...). Wir werden uns diese Respektlosigkeit nicht gefallen lassen (...)“, teilten sie mit. „250 Euro ist weniger, als so mancher Manager in der chemischen Industrie in der Stunde verdient (...)“, sagten Mayrwöger und Bunderla. Der Kollektivvertrag sollte eigentlich bereits seit dem 1. Mai gelten. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 2. Juni geplant.

Auch kein Ergebnis bei Tourismus-KV
Das Tauziehen um einen neuen Kollektivvertrag in der Gastronomie und Hotellerie ging am Donnerstag ebenfalls weiter. Hier brachte die dritte Verhandlungsrunde kein Ergebnis, wie die Wirtschaftskammer mitteilte. Die Arbeitgeber boten zuletzt drei Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung, die Gewerkschaften forderten mindestens 3,6 Prozent. Die Gespräche sollen „sachlich“ verlaufen sein. Einen neuen Verhandlungstermin gibt es bisher nicht.

Die Gewerkschaft vida prangerte zuletzt unter anderem Schwarzarbeit und sexuelle Belästigung in der Branche an. Das seien Einzelfälle, die ins Rampenlicht gezerrt würden, kommentierte die WKÖ. Missstände dürften niemals toleriert werden, es sei aber verantwortungslos, eine der wichtigsten Branchen des Landes derart in Misskredit zu bringen, sagte Spartenobfrau Susanne Kraus-Winkler.

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