Listige Methode via KI

Politiker werden mit falschen Mails ausgenutzt

Niederösterreich
20.05.2026 08:00

Die Beteiligten einer in dieser Form noch seltenen „Taktik“ von Cyberbetrügern sind verblüfft: Mit ihrem persönlichen Absendernamen eines Nationalrats, Landtagsabgeordneten und einer Arbeiterkammerrätin wurden falsche E-Mails versendet. Sie fordern schon mit – hier ungeschickt formuliertem Dialekt – einen Freundesdienst ein. 

Eine neue Stufe der Internet-Kriminalität ist erreicht: Die KI macht es möglich, ganz ohne versteckte Viren oder Trojaner. Nicht Prominente, nicht Minister, nicht große Firmen – Politiker aus Niederösterreich werden von den kriminellen Karren gespannt. Während der „Krone“-Recherche wurde immer deutlicher, dass dies erst der Anfang einer künftig großen Bedrohung auch für den „kleinen Bürger“ sein kann. Eines ist gleich geblieben: Mangelnde Vorsicht bzw. Zweifel und/oder Leichtgläubigkeit werden ausgenutzt.

Dialekt, Originalnamen, ein paar Fehler einbauen zur Ablenkung – die Cyberkriminalität hat ...
Dialekt, Originalnamen, ein paar Fehler einbauen zur Ablenkung – die Cyberkriminalität hat „dank“ KI nun von großen Firmen- und Behördenattacken sozusagen die „regionale“ Ebene erreicht. Und die Internet-Profis haben – automatisiert – ein leichtes Spiel.(Bild: zVg)

Einst Massenmails mit Trojanerfallen, mit KI-Intelligenz nun gezielter
Wer tut sich diesen Online-Aufwand an? Licht in die mysteriöse Sache bringt ein Cyber-Experte des Verfassungsschutzes: Personalisiert erstellte Rundmails werden automatisch generiert, ein sogenannter Bot (Online-Roboter) stellt mittels künstlicher Intelligenz gezielt einen Zusammenhang der Adressen her – und verwendet bekannte Namen wie die von NÖ-Politikern als glaubhaften „Lockvogel“. Zielgruppen sind meist ältere Personen oder jene, die Kriminellen als gutgläubig und manipulierbar bekannt sind.

Die „Krone“ rief die „Ziel-Nummer“ an – eine Seniorin meldete sich verdutzt
Ein Rückmail oder ein Anruf, den die Internetbetrüger über eine Weiterleitung speichern, ist ein „Treffer“ – dann geht man hier mit weiteren Tricks gezielt vor. „Der Einsatz von KI hat die Internet-Kriminalität automatisiert – und ist nun auf regionaler Ebene angekommen.

Ein paar Sicherheitstipps

*) Absender prüfen: Achten Sie nicht nur auf den Namen, sondern auf die genaue E-Mail-Adresse. Betrüger nutzen oft winzige Tippfehler in der Domain (z.B. service@net-flix.de statt service@netflix.com).

*) Gefälschte Links: Fahren Sie mit der Maus über einen Link, ohne zu klicken, um die tatsächliche Ziel-URL zu sehen. Auf dem Handy tippen und halten Sie den Link gedrückt.

*) Fehlerhafte Sprache: Schlechte Grammatik, seltsame Umlaute oder fremdsprachige Texte sind oft ein Hinweis auf automatische Übersetzungen.

***

Was jetzt wegfällt, ist der letzte Tipp von der Quelle Onlinesicherheit.gv.at

*) Keine persönliche Anrede: E-Mails sind oft allgemein gehalten – mit „Sehr geehrter Kunde“ anstatt mit Ihrem echten Namen.

Experten warnen: Die Branche „explodiert“. Aber Obacht hilft....
Die nächste Stufe sind falsche Videos, die durch Bilder und Clips aus Facebook & Co. mit KI erstellt werden“, mahnt der Experte zur besonderen Vorsicht. 

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