Nach Strafanzeige

Vorarlberger Theaterchefin vor die Tür gesetzt

Vorarlberg
19.05.2026 15:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Seit der Nichtverlängerung ihres Vertrags ist das Verhältnis zwischen der Intendantin des Vorarlberger Landestheaters, Stephanie Gräve, und ihrem Arbeitgeber angespannt. Nach einer Strafanzeige Gräves gegen die Chefin der Vorarlberger Kulturhäuser ist das Tischtuch endgültig zerschnitten.

Sehr kurzfristig hatte Monika Wagner, Geschäftsführerin der Vorarlberger Kulturhäuser und daher Chefin der Intendantin, zur Pressekonferenz eingeladen. Am Dienstagnachmittag informierte sie offiziell über die sofortige Freistellung von Gräve. „Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen. Er erfolgt nach intensiver interner Prüfung und aufgrund einer nachhaltigen Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses zwischen Intendantin, Geschäftsführung und Eigentümervertretung“, führte Wagner aus. „Aus unserer Sicht ist die Grundlage für eine professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit derzeit nicht mehr gegeben.“

Der Eskalation ging eine „Reihe von Ereignissen“ voraus
Für Beobachter der Kulturszene kam dies wenig überraschend, hatte sich das Verhältnis zwischen der Theaterchefin und deren Arbeitgeber immer mehr zugespitzt, nachdem der Vertrag der Deutschen nicht verlängert worden war. „Es gab eine Reihe von Ereignissen“, bestätigt Claudia Voit, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Vorständin der Kulturabteilung im Land. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat schließlich eine Strafanzeige, die Stephanie Gräve bei der Polizeiinspektion Bregenz gegen ihre Chefin erstattete. Der Vorwurf: Monika Wagner soll auf einem Vertrag ihre Unterschrift gefälscht haben!

Wagner hielt sich mit Äußerungen zum Vorwurf zurück – schließlich ist der Fall noch nicht abgeschlossen und liegt bei der Staatsanwaltschaft. „Es handelt sich um einen unbeabsichtigten administrativen Fehler, der inzwischen zwanglos behoben worden ist – keinesfalls jedoch um eine bewusste Handlung oder Absicht“, betonte die KUGES-Chefin. Offenbar geht es bei dem Vorfall um die Vertragsverlängerung eines Mitarbeiters, die angeblich mit Gräve abgestimmt war. Dabei sei ein Scan der Unterschrift Gräves verwendet worden, nicht jedoch ihre Originalsignatur.

„Nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“
Claudia Voit betonte, dass sie sich gemeinsam mit der Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Schöbi-Fink ein Bild von der Situation gemacht habe. „Nach Prüfung der zum jetzigen Zeitpunkt vorliegenden Informationen, Gesprächen und Unterlagen sind wir zur Einschätzung gekommen, dass Monika Wagner nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.“ Im Zentrum der Entscheidung sei auch nicht der konkrete Vorfall gestanden, sondern die Frage, ob die Grundlage für eine professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit noch gegeben sei.

Ruhe, Stabilität und Arbeitsfähigkeit
Und wer wird nun das Landestheater interimistisch leiten? Diese Frage konnten Wagner und Voit am Dienstag noch nicht beantworten: „Ich habe die Mitarbeiter heute Vormittag informiert und werde jetzt weitere Gespräche mit den Abteilungsleitern führen“, berichtete die KUGES-Geschäftsführerin. Ihr gehe es nun in zuvorderst darum, für Ruhe, Stabilität und Arbeitsfähigkeit zu sorgen.

Gräve selbst darf ihre Büroräume nicht mehr betreten und ist bei vollen Bezügen freigestellt, ihr Vertrag läuft noch bis Juli 2028. Ob sie diese Bezüge auch bis dahin beziehen darf, wird sich noch weisen.

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