Mit fragwürdigen Methoden kämpft die Bundes-ÖVP aktuell gegen ihre politischen Mitbewerber. Die offenbar KI-generierten Plakate fielen in der Wiener Innenstadt schon vielen auf. Nun wurden einige von ihnen mit schwarzer Farbe beschmiert. „Blechen“ müssen für die Kampagne und die Reinigung wohl die Steuerzahler.
Schon seit geraumer Zeit regen gewisse Plakate rund um die Wiener Ringstraße auf – und erzielen damit wohl auch den gewünschten Effekt. Vermutlich KI-generiert, ist darauf der umstrittene FPÖ-Chef Herbert Kickl als Marionette zu sehen, der US-Präsident Donald Trump, Ungarns Ex-Ministerpräsident Viktor Orbán und Russlands Diktator Wladimir Putin Dinge wie etwa „EU sabotieren“ zuflüstern. Darunter prangt der Satz „Österreich braucht echte Patrioten! Keine Marionetten“.
Was nicht auf den ersten Blick und nur in kleinsten Buchstaben ersichtlich ist, ist die Tatsache, wer das Plakat überhaupt in Auftrag gegeben hat. Es handelt sich um die Bundes-ÖVP, die auf „Krone“-Anfrage bestätigt, dass es sich um ihre Kampagne handelt.
Mini-Impressum und keinerlei Parteilogo
Während man auf den Plakaten keinerlei ÖVP-Logo zu sehen bekommt, steht immerhin ÖVP in Kleinstschrift im Impressum. 230 derartige Plakate seien bisher ausgehängt worden. Wie viele davon bereits beschmiert wurden, wollte man nicht beantworten.
Wir spitzen Tatsachen zu und behaupten im Gegensatz zu Populisten keine Unwahrheiten.
Statement der ÖVP auf „Krone“-Anfrage
Auf die Frage, warum man sich auf ein derartiges Niveau herablässt, heißt es: „Fakt ist, dass Zuspitzung immer polarisiert. Die Verbindungen der Kickl-FPÖ zu Putins Partei ,Einiges Russland‘ in Form eines Freundschaftsvertrages, zu Trumps MAGA-Bewegung und zu Viktor Orbán sind belegbar. Insofern spitzen wir Tatsachen zu und behaupten im Gegensatz zu Populisten keine Unwahrheiten.“
Von Gewista, das für die Wartehäuschen samt politischer Werbung verantwortlich ist, heißt es, dass das oder die beschmierten Plakate bereits am Wochenende gereinigt worden seien.
Nach der Reinigung bleiben die Plakate weiterhin hängen
Wie viele insgesamt beschmiert wurden und wie viel die politische Werbung an den Wartehäuschen im Schnitt kostet, will man auch hier nicht wissen. Das nun eindeutig der Bundes-ÖVP zuzuordnende Plakat hängt übrigens nach wie vor dort. Wie lange es dauert, bis es wieder beschmiert wird, wird sich weisen.
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