Auch die Unis müssen sich wegen der Sparvorgaben der Bundesregierung für das kommende Doppelbudget auf eine drastische Kürzung ihrer Mittel eingestellen. Befürchtet werden Einschnitte von einer Milliarde Euro in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode (2028 – 2030). Die Studentenvertretung kündigte bereits Proteste an.
Laut den an den Universitäten kursierenden Zahlen soll es im nächsten Dreijahresbudget für die 22 öffentlichen Unis – inklusive Arztgehältern an Unikliniken – insgesamt 15,5 Milliarden Euro geben, in der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode sind es 16,5 Milliarden Euro.
PK am Mittwoch
Die Unis seien Montagmittag vom Wissenschaftsministerium informiert worden, bestätigte die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko). Die kursierenden Zahlen selbst wollte man nicht kommentieren, die Experten seien noch am Rechnen. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch wolle man die Öffentlichkeit dann fundiert informieren.
An den Unis zeigte man sich dennoch schon jetzt alarmiert. Dass das Budget nicht nur eingefroren, sondern sogar nominell gekürzt werden soll, sei „beispiellos“, hieß es. Schon im vergangenen Jahr hatten die Universitäten nachträglich Abschläge beim Budget machen müssen, zuerst in Form eines „Solidarbeitrags“ zur Budgetkonsolidierung in Höhe von 129 Millionen Euro und dann erneut Ende 2025, als sie auf 121 Millionen Euro ihres Budgets verzichteten, um den Abschluss des FTI-Pakts (Forschung, Technologie, Innovation) zu ermöglichen. Dabei sollen letztere Mittel allerdings über den Wissenschaftsfonds FWF über Projekte vollständig wieder an die Unis zurückfließen.
Dass das Budget nicht nur eingefroren, sondern sogar nominell gekürzt werden soll, ist beispiellos.
Die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko)
Unis gehen von 18 Milliarden Euro Finanzbedarf aus
Die uniko geht für die Jahre 2028 bis 2030 eigentlich von einem Finanzierungsbedarf von 18 Milliarden Euro aus. Das entspricht einem Plus von drei Prozent pro Jahr gegenüber dem laufenden Dreijahresbudget (2025-2027) und damit in etwa der Abgeltung der Inflation. Man habe dabei „konservativ geschätzt“ und wolle angesichts der Budgetkonsolidierung „den Bogen nicht überspannen“, hatte uniko-Präsidentin Brigitte Hütter Ende März betont. Bei ihren Berechnungen hat die uniko eine Inflation von 2,9 Prozent angenommen, das entspricht der Steigerung beim FTI-Pakt für die Jahre 2027 bis 2029. Vergangenen Monat lag die Inflation in Österreich bei 3,3 Prozent.
ÖH-Vorsitzende: „Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen“
„Budgetkürzungen führen zu neuen Zugangsbeschränkungen und benachteiligen damit jene, für die der Weg an die Universität ohnehin mit zahlreichen Hürden verbunden ist“, warnte ÖH-Vorsitzende Selina Wienerroither (VSStÖ). Und fügte hinzu: „Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen“, kündigte sie an.
Ministerin verweist auf weitere Verhandlungen
Im Wissenschaftsressort sieht man noch Spielraum, der Budgetprozess sei noch nicht abgeschlossen. „Ich werde bis zur letzten Sekunde um ein solides Ergebnis kämpfen“, so Ministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ).
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