Polizei-Schulung

Betrüger lockten Investor mehr als 95.000 Euro

Burgenland
15.05.2026 05:30

35 neue Fälle von Internetkriminalität ereignen sich jede Woche im Burgenland. Im Kampf gegen Cybercrime wird ab sofort jeder Polizist in einem modernen Trainingscenter in Eisenstadt geschult.

Die versprochenen Gewinne klingen verlockend, doch das betrügerische Veranlagungskonstrukt bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Diese bittere Erfahrung musste ein privater Investor aus dem Bezirk Neusiedl am See machen. Als er sich auf einer Internetplattform registriert hatte, um sein Geld in Kryptowährungen anzulegen, geriet er direkt in die Fänge raffinierter Cyberkrimineller.

Hoffnung auf hohen Profit
Ein Täter, der sich als erfahrener Berater ausgab, kontaktierte den Geschäftsmann, baute Vertrauen auf und betreute ihn. In der Hoffnung auf hohen Profit überwies der Burgenländer immer wieder größere Summen auf diverse Konten innerhalb Europas. In fünf Monaten investierte er mehr als 95.000 Euro. Als das Opfer Verdacht schöpfte, weil die zugesicherten Gewinne nicht ausgezahlt wurden, flog der Betrug auf. Das ganze Geld ist weg, der Schaden durch keine Versicherung gedeckt.

IT-Forensik, Handy-Check helfen bei Tatortarbeit 
Abgebrühte Kriminelle machen das Internet zum heißen Pflaster. Bei der Polizei im Burgenland langen jede Woche im Schnitt 35 Anzeigen ein. „Der Anteil stieg in einem Jahr um 15 Prozent“, teilt Landespolizeidirektor Martin Huber mit. Konkret wuchs die Zahl der Fälle von 903 im Jahr 2021 auf 1634 im vergangenen Jahr an. Die Aufklärungsquote liegt bei 32,5 Prozent. Doch die Täter werden cleverer und immer gefährlicher. Die Polizei hält mit einer zeitgemäßen Strategie und moderner Technik voll dagegen. In drei neuen Kriminalassistenzdienststellen im Burgenland unterstützen eigens ausgebildete Spezialisten die Tatortarbeit mit IT-Forensik, dem Sichern und Durchforsten von Computerdaten, der Auswertung der Handys von Verdächtigen, dem Ausforschen dubioser IT-Adressen.

Thomas Koller (li.) und Stefan Tkauz bei der Arbeit im neuen Trainingscenter für ...
Thomas Koller (li.) und Stefan Tkauz bei der Arbeit im neuen Trainingscenter für Cybercrime-Fälle. Montag beginnt in Eisenstadt die erste Grundausbildung für zehn Polizisten.(Bild: Karl Grammer)

„Unser Einsatz ist flächendeckend ausgelegt. Die Beamten stehen rund um die Uhr bereit“, sagt Huber. Abgesehen davon, erhält ab sofort jeder Polizist eine Grundausbildung im „Einmaleins“ der Cyber-Techniken. Ob Schadsoftware (ein zentrales Element der Cyber-Straftaten), Spam und Phishing (Zugang zu Opfer-Daten) oder Ransomware (digitale Erpressung durch Verschlüsselung der Systeme) – das Spektrum der kriminellen Tricks ist weit verzweigt.

Jeder Beamte sollte ebenso eine USB-Verschlüsselung beherrschen, um etwa nach einem Tankbetrug die gefilmte Szene als gut geschützte Datei an die Staatsanwaltschaft übergeben zu können. Oder was ist zu tun, wenn eine Mutter auf der Polizeiinspektion Anzeige erstattet, weil das Gesicht ihrer Tochter in gefakten Pornos aufgetaucht ist? Der praxisorientierte Unterricht im neuen Cybercrime-Trainingscenter (CCTC) in Eisenstadt beginnt mit den ersten zehn Polizisten am Montag. „Die Vermittlung des Grundwissens dauert eine Woche. Unser Projekt ist in dieser breit angelegten Form der Ausbildung einzigartig in Europa“, betonen CCTC-Leiter und Chefinspektor Stefan Tkauz, unterstützt von seinem Kollegen Thomas Koller.

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