Senta Berger prägte Fernsehen und Theater nachhaltig mit ihrer außergewöhnlichen Karriere – heute feiert die ehemalige Buhlschaft einen halbrunden Geburtstag.
Es gibt Schauspielerinnen, die mit einer Rolle berühmt werden. Und es gibt Senta Berger. Bei ihr genügt kein einziger Titel, kein Bild, keine Epoche, um ihren Erfolg zu beschreiben. Sie war das Wiener Mädchen mit der dunklen Stimme und dem hellwachen Blick, und wurde nach und nach zur Grande Dame des Fernsehens. Heute wird sie 85 Jahre alt – und ihr Leben erzählt nicht nur von Ruhm, sondern auch davon, was es kostete, ihn zu behaupten.
Geboren wurde sie 1941 in Wien (im Laufe ihres Lebens nahm sie aufgrund der beruflichen Nähe auch die Deutsche Staatsbürgerschaft an), ihr Vater Josef Berger war Musiker und Komponist. Mit ihm stand sie schon als Kind auf der Bühne. Im Alter von 16 Jahren begann sie ein Schauspielstudium und schon davor gab Berger 1950 ihr Filmdebüt in einer kleinen Rolle in der Erich Kästner-Verfilmung „Das doppelte Lottchen“.
1958 wurde sie außerdem zum jüngsten Mitglied am Wiener Burgtheater. Bereits in den 60er-Jahren führte der Weg sogar nach Hollywood, wo sie mit Weltstars wie Frank Sinatra oder John Wayne vor der Kamera stand. Gleichzeitig blieb sie dem Theater verbunden: Bei den Salzburger Festspielen spielte sie von 1974 bis 1978 und erneut von 1980 bis 1982 die Buhlschaft im „Jedermann“ an der Seite von Curd Jürgens und Maximilian Schell.
Vorwürfe bezüglich sexueller Übergriffe
Doch auch in dieser Karriere war keineswegs alles rosig. 2021 sprach Berger erstmals öffentlich darüber, sexuelle Übergriffe am Set erfahren zu haben. Nach ihren Angaben habe der österreichische Schauspieler O. W. Fischer bei den Dreharbeiten zu „Es muss nicht immer Kaviar sein“ versucht, seine Kollegin zu vergewaltigen. Aber damit nicht genug, auch Kirk Douglas soll versucht haben, sie gegen ihren Willen zu küssen. Berger blieb jedoch nie Opfer ihrer Erfahrungen, was ihren Werdegang umso bemerkenswerter macht. 1966 heiratete sie Schauspieler und Regisseur Michael Verhoeven. Zusammen gründeten sie sogar eine Filmproduktionsfirma und arbeiteten zusammen an mehreren Projekten.
Der Karriere von Senta Berger widmet sich auch der ORF über die nächsten Tage mit einem Schwerpunkt (siehe Infokasten) und erzählt damit das Leben einer Dame, die sowohl die Fernseh- als auch Theaterwelt nachhaltig prägte.
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