Ernst Sittinger

Überraschung: Journalist wird ORF-Stiftungsrat!

Steiermark
13.05.2026 14:48

Das ist ja schnell gegangen! Die Steiermark hat (wieder) einen Stiftungsrat im ORF. Landeshauptmann Mario Kunasek, dem das Nominierungsrecht zukommt, hat sich nach Informationen der „Krone“ entschieden und sich von seiner ÖVP-Stellvertreterin Manuela Khom den Sanctus geholt. Der Neue ist ein renommierter steirischer Journalist: Ernst Sittinger.

Seit Monaten erschüttern gewaltige Turbulenzen den Wiener Küniglberg, zuletzt kam dem Stiftungsrat auch sein steirisches Mitglied abhanden: Wie berichtet, trat Thomas Prantner nach zahlreichen Vorwürfen zurück. Noch eine Woche zuvor war er davon überzeugt gewesen, seinen Sitz behalten zu können – doch der Druck von Opposition und Medien hatte stetig zugenommen.

Zahlreiche Bewerbungen waren danach im Landeshauptmann-Büro eingegangen, etliche Namen kursierten. Letztlich zauberte Kunasek aber einen Mann aus dem Hut, den niemand auf der Rechnung hatte: Ernst Sittinger.

Der 60-jährige Steirer ist Medienprofi und besonders in der ÖVP politisch bestens vernetzt - weshalb Khoms Zustimmung zu Kunaseks Personalie nur Formsache war. Erst vor wenigen Monaten hatte der gebürtige Grazer der „Kleinen Zeitung“, bei der er fast 20 Jahre lang als Politik-Kommentator und Mitglied der Chefredaktion tätig war, den Rücken gekehrt. Zuvor war der Träger des Kurt-Vorhofer-Preis der Journalistengewerkschaft auch bei „Presse“ und „Standard“ tätig.

Die ersten Reaktionen
Nächste Woche wird die blau-schwarze Landesregierung Sittinger offiziell bestellen. „Ich bedanke mich bei Ernst Sittinger für seine Bereitschaft, die Interessen der Steirer am ORF-Küniglberg zu vertreten. Er wird als Medienprofi mit Scharfsinn im Stiftungsrat seinen Beitrag zur Erneuerung im ORF leisten“, freut sich Landeshauptmann Mario Kunasek. Und Manuela Khom betont, dass es „gerade in herausfordernden Zeiten für den ORF  Persönlichkeiten mit Erfahrung“ brauche.

Und das ist die erste Reaktion des designierten Stiftungsrats: „Ich freue mich auf diese interessante Aufgabe. Sie ist angesichts der aktuellen Lage im ORF mit noch höherer Verantwortung verbunden. Ich werde sie sorgfältig, sachgerecht und überparteilich im Interesse der steirischen Bevölkerung wahrnehmen“, so Ernst Sittinger.

Kritik kommt aber postwendend von der steirischen Opposition: „Statt die Chance für einen echten Neuanfang zu nutzen, flüchtet der Landeshauptmann erneut in die Intransparenz des stillen Kämmerchens“, so SPÖ, Grüne, KPÖ und Neos in einer Aussendung.

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