LAT Nitrogen produziert im Linzer Chemiepark jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Pflanzennährstoffe. Die Kriege der letzten Jahre hinterlassen wirtschaftlich ihre Spuren – jetzt will der Düngemittelhersteller unabhängiger werden.
Der größte Erdgasverbraucher Österreichs befindet sich in Linz, genauer gesagt im Chemiepark. Hier produziert LAT Nitrogen (2023 durch eine Teil-Übernahme von Borealis entstanden) allen voran Düngemittel. Rund 1,5 Millionen Tonnen der Pflanzennährstoffe verlassen jährlich das Linzer Werk.
Der große Gasverbrauch – das ist der Ausgangsstoff für Ammoniak, der wiederum für Düngemittel benötigt wird – macht das Wirtschaften für das Unternehmen zwischen Russland- und Iran-Krieg aber nicht einfacher.
Ein Viertel der Produzenten in Europa ist ausgefallen
„Europa hatte sich beim Gas von Russland abhängig gemacht. In den vergangenen Jahren sind 25 Prozent der Düngemittelproduktionen temporär oder dauerhaft abgestellt worden“, sagt Manuel Beschliesser, Vorstand von LAT Nitrogen. „Auch wir hatten temporär reduziert und uns gerade wieder in einer Phase des Aufschwungs befunden“ – dann kam der Iran-Krieg. „Die steigenden Gaspreise spüren wir in der Produktion. Die Düngemittelpreise sind gestiegen, aber wir haben die Kosten nicht voll weitergegeben“, sagt Beschliesser.
Düngemittel sind angesichts der steigenden Weltbevölkerung überlebensnotwendig. Wir bekennen uns dazu, dass wir für Europa produzieren.

Manuel Beschliesser, COO von LAT Nitrogen
Bild: Fotostudio Eder Linz
Paradoxerweise hat der Krieg im Nahen Osten auch noch einen gegenteiligen Effekt: Die Importe von Düngemittel aus Asien schrumpfen, was dem Geschäft von LAT Nitrogen zugute kommt, denn das Linzer Unternehmen produziert ausschließlich für Europa.
Neue Vereinbarung: Wasserstoff statt Erdgas
So oder so will LAT Nitrogen seinen Erdgasverbrauch reduzieren. Gelingen soll das, indem das Gas (teilweise) durch nachhaltig erzeugten Wasserstoff ersetzt wird. Dafür unterzeichneten die Linzer kürzlich eine Vereinbarung mit dem Energiespeicherunternehmen RAG, das CO2-freien Wasserstoff in den Chemiepark liefern soll. „Angesichts der geopolitischen Entwicklungen unterstreicht die Zusammenarbeit, wie wichtig Importunabhängigkeit und `Made in Austria´ für unsere Zukunft sind“, so Beschliesser.
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