Prozess in Linz

Schizophrener schlug zwei alte Damen: Einweisung

Oberösterreich
11.05.2026 11:50

Mit einem Wischmopp schlug ein Schizophrener (36) am 30. Dezember am Bindermichl in Linz auf zwei alte Damen (78 und 84 Jahre) ein, bis die Metallstange in Einzelstücke zerbrach. Am Montag wurde der geisteskranke Frühpensionist beim Prozess im Linzer Landesgericht in eine forensisch-therapeutische Anstalt eingewiesen.

Der 36-jährige Linzer ist eine wandelnde Zeitbombe, das machte die Gutachterin Primaria Adelheid Kastner beim Verfahren glasklar: Der Angeklagte ist seit seiner Jugend auffällig, brach zuerst das Gymnasium nach er 6. Klasse ab, machte zwar eine Lehre als Speditionskaufmann, aber keinen Lehrabschluss. Schon früh zeigte sich, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Mit 20 Jahren landete der Linzer erstmals in einer Nervenanstralt. Ab dann manifestierte sich ein unseliges Muster. Er bekam Medikamente verschrieben, die er aber nicht oder nur kurz nahm. Dadurch steigerte sich seine Erkrankung, er leidet unter paranoider Schizophrenie, immer mehr.

Erste Zwangseinweisung vor zehn Jahren
2016 kam es zur Zwangseinweisung, weil der Linzer damals nur mit einer Unterhose bekleidet im Garten seiner Eltern auftauchte, von einer toten Katze faselte, und dass ihn der Teufel ins Fegefeuer holen wolle.

Keine Akzeptanz
2017 schnitt er sich selbst mit einem Messer tief in die rechte Hand und in den Hals. Der Geisteskranke hatte wieder Stimmen gehört, die ihm sagten, er werde gefoltert. Deshalb wollte er sterben. Im selben Jahr sprang der Linzer aus der Wohnung eines Freundes im fünften Stockwerk, erlitt dabei eine schwere Wirbelsäulenverletzung. Das war zwei Monate nach seiner Entlassung aus der Nervenklinik.
„Er akzeptiert  nicht, dass er Medikamente braucht, zeigt überhaupt keine Einsicht und tut nur, was ihm seine Stimmen befehlen“, so Gutachterin Kastner.

Plötzlich auch fremde Personen gefährdet
2024 ändert sich das Verhalten des Schizophrenen. Plötzlich gefährdet er nicht mehr nur sich selbst, sondern auch andere, vorwiegend Frauen. Er verfolgt eine Frau von der Straße bis zu deren Wohnung, doch zum Glück. 
ist ihr Mann zu Hause, der den Linzer verscheucht. Der Kranke kommt wieder in die Klinik, wird kurz darauf entlassen. Drei Monate später entblößt er sich in der Öffentlichkeit, schlägt einer fremden Frau in den Nacken. Er kommt erneut in die Klinik, wird entlassen, nimmt seine Medikamente nicht und verwahrlost immer mehr, hält sich zunehmend für Gott - und damit ist ihm alles erlaubt.

„Negative Energie gespürt“
Am 30. Dezember 2025 wacht der Linzer in seiner Wohnung am Bindermichl auf und fühlt eine negative Energie von außen. Er nimmt die Stange seines Wischmops, läuft auf die Straße und prügelt damit auf zwei alte Damen ein. Er sagt beim Prozess: „Ich war psychotisch. Ich habe die negative Energie gespürt und gewusst, dass ich einmal fünfmal zuschlagen muss, und einmal zehnmal. Das war aber nicht aus Hass oder Wut oder weil ich etwas gegen Frauen habe.“

Zuerst versucht, Einweisung zu verhindern
Die Verteidigerin versuchte zunächst, die Taten zu verharmlosen, um unter die nötige Strafhöhe für eine Einweisung zu kommen. Doch das klappte  nicht. Der Staatsanwalt sagte in seinem Plädoyer: „Wir alle können uns nicht mehr auf die Straße trauen, solange solche Leute herumlaufen. Er braucht Hilfe und wir brauchen Schutz.“ Die Einweisung ist rechtskräftig.


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