Hantavirus-Infzierte

Australien isoliert Passagiere drei Wochen lang

Ausland
11.05.2026 12:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs „MV Hondius“ stand am Montag kurz vor dem Abschluss. Bereits am Sonntag waren die französischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ausgeflogen worden. Eine von ihnen wurde nun positiv auf das Hantavirus getestet. Die australische Regierung hat unterdessen strikte Quarantäne für die ehemaligen Passagierinnen und Passagiere angekündigt.

Der Zustand der infizierten Frau habe sich in der Nacht verschlechtert, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist im Sender France Inter. Tests der anderen vier ausgeflogenen Passagierinnen und Passagiere seien bisher negativ ausgefallen, weitere Tests sollen folgen. Wie berichtet, zeigt auch in den Vereinigten Staaten eine Person milde Symptome einer Erkrankung. Eine weitere, die an Bord der „MV Hondius“ war, wurde „mild positiv“ auf das Hantavirus getestet.

Das Kreuzfahrtschiff war am Sonntag nach Teneriffa gekommen. Unter strengen Sicherheitsauflagen waren am selben Tag Sonderflüge gestartet, um die Menschen aus insgesamt 23 Staaten in ihre Herkunftsländer zurückzubringen. Für Montagnachmittag waren die letzten beiden Evakuierungsflüge nach Australien und in die Niederlande angekündigt. Vier Personen haben die australische Staatsbürgerschaft, eine eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung und eine Person die neuseeländische Staatsbürgerschaft.

Das Kreuzfahrtschiff war am Sonntag nach langem Hin und Her nach Teneriffa in Spanien gekommen.
Das Kreuzfahrtschiff war am Sonntag nach langem Hin und Her nach Teneriffa in Spanien gekommen.(Bild: AFP/JORGE GUERRERO)
Die Menschen wurden am Sonntag und Montag wieder in ihre Herkunftsländer zurückgebracht.
Die Menschen wurden am Sonntag und Montag wieder in ihre Herkunftsländer zurückgebracht.(Bild: AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV)

Landung auf Luftwaffenstützpunkt
Australiens Regierung hat angekündigt, dass das Flugzeug auf einem Luftwaffenstützpunkt in der Nähe zu einem Quarantänezentrum landen werde. Dort sollen die sechs Passagierinnen und Passagiere mindestens drei Wochen lang isoliert werden. Bisher zeigen sie keine Symptome. Das Zentrum war ursprünglich für die Corona-Pandemie errichtet worden. Laut dem australischen Gesundheitsminister Mark Butler muss noch entschieden werden, wie mit den ehemaligen Passagierinnen und Passagieren nach den ersten drei Wochen umgegangen werde. Andere Länder würden sie schon nach wenigen Tagen wieder entlassen, damit sie sich zu Hause isolierten. Australien reagiere jedoch „stärker“, da der lange Flug in einer relativ kleinen Maschine ein größeres Übertragungsrisiko sei.

Sterblichkeit von bis zu 50 Prozent
Obwohl das Risiko einer Pandemie praktisch null sei, wolle man auf Nummer sicher gehen, sagte der Schweizer Epidemiologe Jürg Utzinger. „Ein Hantavirus ist eine gefährliche Infektion. Bei der Andes-Variante geht man von einer Sterblichkeit von bis zu 50 Prozent aus.“ Drei Menschen sind an dieser Variante bei dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff gestorben. Die WHO empfiehlt eine Quarantäne von 42 Tagen.

Laut Utzinger ist die Evakuierung auf Teneriffa „hervorragend verlaufen“. „Zuerst gingen die Epidemiologen aufs Schiff, Ärztinnen und Ärzte kontrollierten akute Symptome, dann erfolgte schrittweise die Evakuierung. Über die Verhältnismäßigkeit kann man trotzdem diskutieren“, sagte er zum Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Die Voraussetzungen im Vergleich zu Covid-19 seien „völlig anders“, da das Hantavirus keine neue Krankheit sei und man grundsätzlich wisse, wie man damit umgehen müsse.

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