„Iran war der Weckruf“

Nordkorea zündet die Atombombe, wenn …

Außenpolitik
11.05.2026 11:56

Neuerdings ist das nordkoreanische Militär unter einer Bedingung zu atomaren Schlägen verpflichtet. Laut Schätzungen von Geheimdiensten verfügt das Land über 60 nukleare Sprengköpfe und um die 2000 Kilogramm hochangereichertes Uran.

Nordkorea hat eine Veränderung in der Verfassung vorgenommen: Demnach muss das Militär einen Vergeltungsschlag ausführen, wenn Machthaber Kim Jong-un von einem ausländischen Gegner getötet oder nach einem Angriff handlungsunfähig sein sollte. Darüber berichtete die britische Zeitung „The Telegraph“.

„Wenn das Führungs- und Kontrollsystem über die Nuklearstreitkräfte des Staates durch Angriffe feindlicher Streitkräfte gefährdet ist, (…) wird automatisch und unverzüglich ein Nuklearschlag eingeleitet“, soll es in dem überarbeiteten Artikel 3 des Gesetzes lauten.

Kim fühlt sich wohl von Enthauptungsangriffen bedroht
Andrej Lankow, Professor für Geschichte und Internationale Beziehungen an der Kookmin-Universität in Seoul, führt diesen Schritt auf den Angriff auf den Iran und die Ermordung des obersten Führers Ali Chamenei zurück. Gegenüber „Telegraph“ führte er aus: „Das mag schon vorher gängige Praxis gewesen sein, aber es hat jetzt, da es in der Verfassung verankert ist, an Bedeutung gewonnen.“ Und weiter: „Der Iran war der Weckruf. Nordkorea hat die bemerkenswerte Effizienz der US-israelischen Enthauptungsangriffe gesehen, die den größten Teil der iranischen Führung umgehend eliminierten, und sie müssen jetzt entsetzt sein.“

Geändert worden sind auch einige Passagen zur Wiedervereinigung mit Südkorea. Laut Medienberichten wurden diese gestrichen. Darüber hinaus dürfte Kim nun offiziell in seiner Funktion als Staatsoberhaupt über die alleinige Befehlsgewalt über die Atomstreitkräfte verfügen. Zuvor hatte es lediglich geheißen, dass dies dem obersten Führer, der den Staat repräsentiert, zukommt.

Offiziere würden Atomangriff auch durchführen
Professor Lankow vermutet, dass „das Militär loyal zur Führung steht und jeden Angriff auf die Nation als existenzielle Bedrohung ansieht“. Offiziere, die mit der Durchführung eines Vergeltungs-Atomangriffs beauftragt sind, würden diesen auch ausführen, ist sich der Experte sicher. Und meint: „Ich sehe keine Wahrscheinlichkeit für einen Angriff aus Südkorea, sodass sich jede Vergeltung gegen die Vereinigten Staaten richten würde.“

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