Die deutsche Regierung will laut einem Zeitungsbericht Tomahawk-Raketen von den USA kaufen. Auch das dazugehörige Typhon-Raketenwerfersystem sei im Visier Berlins, hieß es. Eine Anfrage an die USA war demnach bereits im vergangenen Juli vorgelegt worden.
Die Antwort sei aber weiterhin ausständig, berichtete die „Financial Times“ am Sonntag unter Berufung auf vertraute Kreise. Das könnte damit zu tun haben, dass die Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs „stark aufgezehrt“ sind. Zumindest hat das jetzt US-Senator Mark Kelly gesagt. Verantwortlich dafür sei der Krieg im Iran. Es werde „Jahre“ dauern, um die Bestände wieder aufzubauen.
Die deutsche Regierung hatte zuvor bereits gefragt, ob Tomahawk-Raketen in Deutschland stationiert werden könnten. Das lehnten die Vereinigten Staaten ab. Es gebe derzeit eine Lücke bei der Verteidigungsfähigkeit und man müsse prüfen, wie diese ausgeglichen werden könne, sagte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius. Die Marschflugkörper waren demnach als Überbrückung gedacht, bis Europa eigene Systeme entwickelt hat.
Laut dem Bericht plant Pistorius nun eine Reise nach Washington, um für den Kauf der Langstreckensysteme zu werben. Ein Besuch hänge aber davon ab, ob er ein Treffen mit seinem US-Kollegen Pete Hegseth vereinbaren könne oder nicht. Da sich die Beziehungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz verschlechtert haben, gilt das nicht als sicher.
Das US-Verteidigungsministerium hatte im Februar noch mitgeteilt, einen Sieben-Jahres-Vertrag mit dem Rüstungskonzern Raytheon zur Ausweitung der Produktion von Tomahawks geschlossen zu haben. Nun seien die Bestände aber weitgehend aufgebraucht, sagte Senator Kelly. Die USA seien „ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitplan“ in den Iran-Krieg hineingezogen worden.
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