Der Streitkräfte-Ausschuss des US-Kongresses ist entsetzt über die Munitions- und Raketenvorräte des Militärs. Diese sind nämlich nach Worten eines Mitglieds stark aufgezehrt. Es sei „schockierend, wie stark wir diese Bestände aufgebraucht haben“, erklärte Senator Mark Kelly am Sonntag und übte schwere Kritik an Präsident Donald Trump. Dessen Verteidigungsminister Pete Hegseth wiederum drohte dem Senator mit Ermittlungen wegen Geheimnisverrats.
„Captain Mark Kelly schlägt wieder zu. Jetzt plappert er im Fernsehen (falsch und dumm) über eine *VERTRAULICHE* Unterrichtung des Pentagons, die er erhalten hat“, echauffierte sich Hegseth auf der Kurznachrichtenplattform X. Die Rechtsabteilung seines Ressorts werde die Aussagen überprüfen, kündigte der ehemalige Fox-News-Moderator an.
Kelly gab sich ob der Drohung ziemlich gelassen und wies darauf hin, dass er Hegseth lediglich „zitiert“ habe. „Wir haben dieses Gespräch vor einer Woche in einer öffentlichen Anhörung geführt, und Sie sagten, es würde ,Jahre‘ dauern, einige dieser Vorräte wieder aufzufüllen. Das ist keine geheime Information, sondern ein Zitat von Ihnen“, erklärte der demokratische Senator ebenfalls auf X. Als Beweis postete er auch die entsprechende Videoaufnahme (siehe unten).
Die USA seien „ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitplan“ in den Iran-Krieg hineingezogen worden, hatte Kelly zuvor in der CBS-Sendung „Face The Nation“ bedauert. Kelly warnte, dass die USA womöglich im Falle eines längeren Angriffs nicht in der Lage wären, ihr Land zu verteidigen. Die Vereinigten Staaten würden sich dann in einer schlechteren Lage befinden, „als wir es sonst wären, wenn dieser Krieg im Iran nicht stattgefunden hätte“.
Als Mitglied des Streitkräfte-Ausschusses hatte das Pentagon den Senator aus Arizona über bestimmte Munitionsarten informiert – nach Kellys Aussage gehörten dazu etwa Angaben zu Raketen der Typen Tomahawk, ATACMS, SM-3 oder für Patriots. Es werde „Jahre“ dauern, um diese Bestände wieder aufzubauen. Konkrete Angaben machte der ehemalige Astronaut nicht.

Iran-Krieg kostete bisher knapp 21,4 Mrd. Euro
Derzeit versucht das Pentagon, eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben genehmigt zu bekommen. Der Haushaltsentwurf der Trump-Regierung sieht für das Haushaltsjahr 2027 knapp 1,5 Billionen US-Dollar (rund 1,28 Billionen Euro) für Verteidigungsausgaben vor. Kelly bezeichnete dies als „unverschämt“. Das Budget des Pentagons habe bei seinem Start im Senat vor fünfeinhalb Jahren bei 700 Milliarden Dollar gelegen, sagte er weiter. Dem Pentagon zufolge hatte der Iran-Krieg die Vereinigten Staaten bis Ende April etwa 25 Milliarden US-Dollar (knapp 21,4 Milliarden Euro) gekostet
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