Mitte April kam der Salzburger Torhüter Alexander Manninger am unbeschrankten Bahnübergang in Nußdorf-Pabing ums Leben. Eine Lokalbahn-Garnitur hatte sein Auto gerammt. Auch Anrainer stören sich, seit die Haltestelle neu errichtet wurde, an der nur schwer einsehbaren Überfahrt.
Mit knapp 80 km/h rauscht die Garnitur der Lokalbahn daher. Es ist eine Express-Linie, die hier in Nußdorf-Pabing durchbraust. Genau so eine rammte Mitte April auch das Auto von Torhüter Alexander Manninger am Bahnübergang unmittelbar neben der Haltestelle. Der Ex-Nationalteamspieler verstarb an der Unfallstelle. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Täglich rasen hier zig Züge durch. Der kleine Stopp wird nur als Bedarfshaltestelle angefahren. Die Garnituren halten nur, wenn jemand ein oder aussteigen will. Für die Anrainer, die hier in kleinen Häuschen am See ihre Freizeit genießen, hat sich seit dem Neubau der Station vor knapp sechs Jahren die Sicherheit verschlechtert. „Man sieht jetzt nicht mehr so gut, ob ein Zug kommt“, sagt eine Dame, die in einer der 20 säuberlich gepflegten Hütten auf der anderen Gleisseite lebt.
300 Meter weiter: Lichtanlage für Rad-Überfahrt
„Es gibt noch immer keinen Schranken oder eine Ampel. Dabei ist es gefährlicher als früher“, so die Anrainerin. Das bestätigt auch ein „Krone“-Lokalaugenschein vor Ort. Ein heran sausender Zug ist aus dem Auto nur spät sichtbar: Man kann ihn erst erahnen, wenn er schon in der Station ist. Eine mehr als brenzlige Angelegenheit!
Pabing ist eine von nur neun nicht technisch gesicherten Kreuzungen an der gesamten Strecke. Schranken und Lichtanlage seien aber weiter nicht vorgesehen. Auffällig ist, dass nur 300 Meter weiter bei einer selten benutzten Radfahrerüberfahrt eine Lichtanlage installiert ist.
„Eisenbahnkreuzung gesetzeskonform?“
Bei der Lokalbahn, sie gehört zur Salzburg AG, ist man nach dem fatalen Unfall alarmiert. „Wir streben eine umgehende Überprüfung der Art der Sicherung durch die Behörde an“, so ein Sprecher.
Simon Heilig-Hofbauer, grüner Landtagsabgeordneter, will mittels Anfrage an die Landesregierung wissen, wie die Behörde die Überfahrt und Station überhaupt genehmigen konnte. „Es stellt sich die Frage, ob die Eisenbahnkreuzung gesetzeskonform gesichert ist“, so der Politiker.
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