Schneiders Brille

Tanken könnte billig sein

Vorarlberg
09.05.2026 16:35
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Wie so viele andere Menschen ärgert sich auch „Krone“-Kolumnist Robert Schneider über die hohen Spritpreise. Besonders seit er weiß, dass Diesel und Benzin eigentlich gar nicht so exorbitant teuer sein müssten.  

Kommt es zu geopolitischen Verwerfungen, ob große oder kleine, steigen sofort die Tankstellenpreise. Dabei ist es egal, ob die Krisenherde in Fördergebieten liegen oder nicht. Das hat eine Kurzstudie des Energieexperten Steffen Bukold ergeben, die Greenpeace in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse lassen einen nicht nur den Kopf schütteln – sie machen wütend.

Bukold hat beobachtet, dass die Preise an den Zapfsäulen weit mehr gestiegen sind als die zugrunde liegenden Rohölpreise. Demnach verdienen die Konzerne – nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs – allein in Deutschland bei Dieselkraftstoff täglich zusätzliche 17,9 Millionen Euro. Bei Benzin sind es 3,2 Millionen. Kleines, aber wichtiges Detail am Rand: Die Hauptbezugsquellen der deutschen Raffinerien sind Norwegen, USA, Libyen, Großbritannien und Guyana. An sechster Stelle findet sich, um ein mögliches Krisengebiet zu nennen, der Irak mit einem Anteil von 4,3 Prozent der deutschen Rohölimporte.

Nun erwirtschaften die deutschen Raffinerien im Benzinmarkt seit vielen Jahren einen Exportüberschuss, wodurch sich kaum eine Importabhängigkeit einstellt. Beim Diesel ist sie ebenfalls gering und liegt – laut Greenpeace-Studie – unter zehn Prozent, weil fast der gesamte Diesel im Inland produziert wird.

Global fördern die großen Konzerne Öl zu relativ stabilen Kosten, aber die Gewinnspanne ist enorm gestiegen. Während die Ölunternehmen früher aggressiv in neue Förderprojekte investierten, sind sie dazu übergegangen, den großen Teil ihrer Gewinne an die Aktionäre zurückzugeben, statt neue Kapazitäten aufzubauen. Das hält das Angebot knapp und treibt die Preise. Eigentlich könnte das Tanken billig sein. Aber eben – der Krieg, ähm … die Gier.

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