Der Hausberg von Lorüns ist ein markanter Höhenrücken zwischen dem Illtal und den ansteigenden Gebirgszügen von Verwall und Rätikon. Das Gebiet lässt sich am besten im Rahmen einer Bike- und Hiketour erkunden.
Die Gemeinde Lorüns befindet sich am Eingang des Montafons und zählt mit etwas mehr als 300 Einwohnern zu den kleinsten Orten der Region. Gelegen auf etwa 580 Metern Seehöhe zwischen den Gebirgszügen des Rätikon und des Verwall markiert der Ort gewissermaßen das „Tor“ ins Montafon und nimmt damit auch geografisch eine besondere Stellung zwischen dem Montafon und dem Walgau ein. Historisch lässt sich die Besiedlung des Gebietes bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Erste urkundliche Erwähnungen stammen aus dem frühen 15. Jahrhundert, wobei der Ortsname in unterschiedlichen Schreibweisen wie „Arüns“, „Aruns“ oder „Laruns“ überliefert ist, bevor sich im 17. Jahrhundert die heutige Form „Lorüns“ durchsetzte.
Typ: Bike- und Hiketour
Dauer: unterschiedlich, je nach Variante
Startpunkt: mehrere Möglichkeiten (Bludenz/Lorüns/Schruns entlang Illradweg Nr.1)
Ausrüstung: Schuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung, Fahrradhelm, Schloss, Tagesrucksack mit Getränk und Snack
Öffentliche Verkehrsmittel: Bahn & Regionalzug (Montafonerbahn)
Einkehrmöglichkeiten entlang des Radwegs in Bludenz, St. Anton im Montafon, Vandans, Schruns
Die Namensentwicklung weist auf romanische Wurzeln hin, was typisch für das Montafon ist, dessen frühere Bevölkerung stark romanisch geprägt war, bevor sich im Spätmittelalter zunehmend deutsche Einflüsse durchsetzten. Die Siedlung entstand trotz der ursprünglich schwierigen Bedingungen am Talboden knapp vor der Mündung der Alfenz in die Ill, ein Gebiet, das lange Zeit von Hochwasser bedroht war. Aufgrund der begrenzten landwirtschaftlichen Flächen blieb Lorüns stets klein und entwickelte sich nie zu einer größeren Ortschaft. Wirtschaftlich war über lange Zeit vor allem die Zementerzeugung prägend; das 1907 gegründete Zementwerk spielte über Jahrzehnte eine wichtige Rolle für die regionale Industriegeschichte.
Eine Besonderheit von Lorüns ist bis heute seine historische und kulturelle Zwischenstellung: Obwohl es geografisch am Eingang zum Montafon liegt und politisch zum „Stand Montafon“ gehört, bestehen enge Verbindungen zur nahegelegenen Stadt Bludenz, etwa in kirchlicher Zugehörigkeit und historischer Nutzung von Ressourcen wie Wäldern. Im Gebiet der Gemeinde befindet sich zudem der Lorünserberg. Dabei handelt es sich nicht um einen Berggipfel im klassischen Sinn, sondern um einen markanten und großteils bewaldeten Höhenrücken, der sich über dem Tal erhebt. Geologisch ist dieser Teil der komplexen Alpenstruktur geprägt von Flysch- und Kalkformationen, die für die Region typisch sind.
Im Rahmen einer Bike- und Hiketour lässt sich dieses interessante Gebiet am besten erkunden. Ein Netz aus Radwegen verbindet Bludenz mit dem Montafon, sodass man die Wahl zwischen mehreren möglichen Startpunkten hat: in Bludenz, Schruns oder, wer in die Montafonerbahn umsteigt, auch direkt bei der Haltestation in Lorüns. Auf dem Radweg geht es durch den Ort, kurz nach dem Hauptplatz weist ein Schild auf die Abzweigung in Richtung Lorünserberg. Man folgt der Forststraße bergan. Hochgewachsene Buchen säumen den Weg und filtern goldenes Sonnenlicht durch ihre Kronen. Schließlich kommt man an eine Weggabelung und hat die Wahl, die Tour entlang des „alten Bergweg“ oder über „Buchenwald“ fortzusetzen.
Die Vogel-Nestwurz ist eine ungewöhnliche heimischeOrchideenart, die sich deutlich von den meisten anderen Pflanzen unterscheidet. Auffällig ist vor allem ihre bräunliche, fast chlorophyllfreie Erscheinung (blattgrünlos, Anm.), denn sie betreibt keine Photosynthese. Stattdessen ist sie ein sogenannter Vollschmarotzer und lebt in enger Verbindung mit Pilzen im Boden, von denen sie ihre Nährstoffe bezieht – ein Phänomen, das als Mykoheterotrophie bezeichnet wird. Dadurch ist sie auf schattige Wälder angewiesen, insbesondere auf alte Buchen- oder Mischwälder mit gut entwickeltem Bodenleben. Ein Pflanzenexemplar benötigt von der Keimung bis zur Blühreife etwa neun Jahre. Die Vogel-Nestwurz erreicht meist eine Höhe von 20 bis 40 Zentimetern und besitzt einen blassen, gelblich-braunen Stängel, an dem zahlreiche kleine, unscheinbare Blüten sitzen. Diese erscheinen zwischen Mai und Juli und verströmen einen leichten honigartigen Duft, der Insekten zur Bestäubung anlockt. Ihren Namen verdankt die Vogel-Nestwurz ihrem unterirdischen Wurzelgeflecht, das stark verzweigt ist und an ein Vogelnest erinnert. Da sie stark an bestimmte Standortbedingungen und Pilzpartner gebunden ist, gilt die Vogel-Nestwurz als empfindlich gegenüber Veränderungen ihres Lebensraums und ist daher in vielen Regionen streng geschützt.
Bei der Variante „alter Bergweg“ muss man schließlich das Rad stehen lassen und den letzten Anstieg – einem schmalen Pfad folgend – zu Fuß zurücklegen. Die Variante „Buchenwald“ folgt weiter der Forststraße. Wer zu Fuß unterwegs ist, kann eine Rundtour daraus machen. Vom kleinen Plateau am Lorünserberg (812 Meter) hat man einen schönen Blick über Lorüns in Richtung Bludenz, während über einem der Gipfel der Gavalina (2100 Meter) in den Himmel ragt. Nach einer kurzen Rast, um den Ausblick und die Ruhe zu genießen, geht es wieder hinab nach Lorüns.
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