„Karussell-Geschäfte“

EU will Steuerbetrügern das Handwerk legen

Wirtschaft
08.05.2026 19:45

Grenzüberschreitende Tricksereien bei der Mehrwertsteuer – sogenannte Karussellgeschäfte – kosten die EU-Steuerzahler 50 Milliarden Euro pro Jahr. Die Länder sollen künftig mehr kooperieren, ergab ein Treffen der Finanzminister.

„Karussellbetrug“ kostet die Steuerzahler in der EU jährlich geschätzte 50 Milliarden Euro. Unternehmen verkaufen dabei Produkte grenzüberschreitend ohne Mehrwertsteuer. Danach verrechnet der Käufer aber Mehrwertsteuer – ohne sie je abzuführen – und verschwindet vom Markt. Anschließend holen sich weitere involvierte Firmen legal Geld über die Vorsteuer zurück, das der Staat aber nie bekommen hat. So entgehen dem Finanzminister viele Millionen.

Rekord-Fall verursachte Schaden von 297 Millionen Euro
Der bisher größte Fall schlug vor zwei Jahren auf, es ging um Luxusautos. 297 Millionen Euro Steuerhinterziehung, auch Österreich war betroffen. Ebenfalls 2024 zockten Betrüger 195 Millionen Euro ab, Smartphones und Elektrogeräte wurden schwarz im „Karussell“ verkauft.

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Da sich Karussellbetrug immer in mehreren EU-Mitgliedstaaten abspielt, ist der verbesserte Informationsaustausch auf europäischer Ebene ein wichtiger Schritt.

Finanzminister Markus Marterbauer

Die Trickserei funktioniert einfach, für die Behörden ist es aber schwierig, den Betrug zu bekämpfen.

Die EU-Finanzminister wollen künftig den Betrügern zunehmend das Handwerk legen, Länder bei der Bekämpfung ab September mehr kooperieren. „Da sich Karussellbetrug immer in mehreren EU-Mitgliedstaaten abspielt, ist mit dem verbesserten Informationsaustausch auf europäischer Ebene ein wichtiger Schritt gelungen“, sagt Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). Betrugsbekämpfung bringe „einen finanziellen Beitrag zum Budget, ist vor allem aber auch eine Frage der Gerechtigkeit“.

In Österreich dürfte es um eine dreistellige Millionensumme gehen, gerade in Zeiten knapper Budgets Geld, das der Fiskus dringend brauchen kann.

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