4,8 Millionen Schaden

Massiver Steuerbetrug mit Scheinfirmen aufgeflogen

Österreich
09.04.2026 10:53

Das Bundeskriminalamt, das Amt für Betrugsbekämpfung und die Staatsanwaltschaft Wien haben mit der Aktion „Dolus“ ein international organisiertes Netzwerk aufgedeckt und erheblich geschwächt. Der Schaden beträgt aktuell rund 4,8 Millionen Euro, der Vorwurf lautet auf Vorsteuerbetrug.

Misstrauisch wurden die Ermittler, als bereits Mitte 2024 auffällige Finanzströme der Geldwäschemeldestelle im Bundeskriminalamt gemeldet wurden. Dahinter steckte ein weitverzweigtes System von rund 200 Scheinfirmen, die unrechtmäßig die Vorsteuer geltend machten und abkassierten.

Ins Visier geriet eine kriminelle Vereinigung, die vor allem aus Beschuldigten aus Tschechien, Ungarn und Bulgarien mit Verbindungen nach Pakistan, Syrien, Afghanistan und Marokko besteht. 190 Beteiligte wurden bereits ausgeforscht, darunter zehn Hauptverdächtige. Im März 2026 kam es zu vier Festnahmen (zwei Pakistani, ein Inder, ein Deutscher mit Migrationshintergrund) und 16 Hausdurchsuchungen. Gefunden haben die Kriminalisten Bargeld in Höhe von 185.965 Euro, 3000 britische Pfund und 12.000 pakistanische Rupien, 100 Handys, 28 PCs, Dokumente, Bankunterlagen und 200 Bankkarten.

Bei mehreren Razzien im März 2026 kam es zu Festnahmen und Anzeigen.
Bei mehreren Razzien im März 2026 kam es zu Festnahmen und Anzeigen.(Bild: citronenrot OG)

Geschickte Arbeitsteilung
Die Täter teilten sich ihr Handwerk auch geschickt auf: Personen wurden nach Österreich gebracht, als Firmeninhaber eingesetzt und anschließend wieder ins Ausland verbracht. Die Scheinfirmen dienten ausschließlich dem Betrug; ihre Zahl dürfte im vierstelligen Bereich liegen.

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Unsere Spezialisten verfügen über international anerkannte Expertise und haben einmal mehr dazu beigetragen, einer Betrügerbande das Handwerk zu legen.

Innenminister Gerhard Karner über das Bundeskriminalamt

Zusätzlich wurden Fälle von Sozialleistungsbetrug festgestellt, etwa durch manipulierte Einkommen, Scheinbeschäftigungen und Scheinehen sowie Familiennachzug. Einem Syrer gelang es sogar durch Betrug, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erlangen.

Erfolgreiche Zusammenarbeit: BK-Direktor Andreas Holzer und die Leitende Staatsanwältin Nina ...
Erfolgreiche Zusammenarbeit: BK-Direktor Andreas Holzer und die Leitende Staatsanwältin Nina Bussek.(Bild: Stefan Steinkogler)

„Der vorliegende Ermittlungserfolg unterstreicht deutlich, wie entscheidend eine enge, strukturierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden ist“, erklärt Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamts.

Nina Bussek, Leiterin der Medienstaatsanwaltschaft Wien dazu: „Das Verfahren wird derzeit gegen 35 Verdächtige geführt. Es ist der ausgezeichneten Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft, Polizei und Steuerfahndung zu verdanken, dass dieses Netzwerk rund um Scheinunternehmen aufgedeckt werden konnte.“

Die Zahl der versuchten Betrugsvergehen mit Scheinunternehmen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, deshalb gebe es auch „Null Toleranz“, meldet indes Finanzminister Markus Marterbauer.

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