Stolz verweist das Wiener Rathaus stets auf 50 Prozent begrünte Gebiete im Stadtgebiet. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat genauer hingeschaut – und plötzlich beginnen die Werte zu purzeln.
Halb Wien bestehe aus Grünflächen, betont die Stadtverwaltung gern, wenn es um Klimawandel und urbane Überhitzung der Städte geht. Rein rechnerisch stimmt das auch, dank großer Flächen wie dem Lainzer Tiergarten oder der Lobau. Dort wohnen aber eben keine Menschen, denen das Grün Schatten und gute Luft spenden würde.
Definition von „Stadtkern“ bessert Wiener Zahlen auf
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat daher per Satellit nachgemessen, wie es mit dem Grünflächenanteil im Kerngebiet der österreichischen Landeshauptstädte aussieht – gemäß deren eigenen Definitionen von Stadtkern laut Widmungsplänen. Und auf einmal werden aus 50 Prozent nur noch magere 26,3 Prozent. Das bedeutet den drittletzten Platz unter den Landeshauptstädten.
Nur St. Pölten (25,3 %) und Innsbruck (25 %) stehen im Österreichvergleich schlechter da. Die drei Erstplatzierten – Bregenz, Linz und Graz – bringen es auf einen Grün-Anteil von 32,2 bis 38,3 Prozent. Dabei kann Wien noch von statistischem Glück reden, weil einerseits die dicht bebauten Gebiete westlich des Gürtels offiziell kein städtisches Kerngebiet sind, und weil andererseits im vermessenen Gebiet der Prater, der Augarten, aber auch der Stadtpark die Bilanz wesentlich aufbessern.
Greenpeace ortet in Wien „dringenden Nachholbedarf bei Grünflächen und schattenspendenden Bäumen auf Plätzen und in Fußgängerzonen – ganz besonders in den stark frequentierten Innenbezirken“: Um wirklich als widerstandsfähige Ökosysteme fit für die Zukunft zu sein, brauche es eine „durchgehende grüne Infrastruktur“ statt bloßer Natur-Inseln im Beton.
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