Im Welt-Tennis herrscht wegen des lieben Geldes bzw. der aus Sicht der Stars ungerechten Aufteilung bei den Grand-Slam-Turnieren Aufregung. Mehrere Topspieler haben vorerst in Bezug auf die am 24. Mai beginnenden French Open nun sogar mit einem Boykott gedroht. Nachdem die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka und Coco Gauff diese drastische Maßnahme schon unterstützt haben, waren auch Jannik Sinner und Novak Djokovic in Rom durchaus für eine schärfere Gangart.
Hintergrund ist, dass gerade die Major-Turniere jedes Jahr enorme Summen lukrieren, diese nach Ansicht der Akteure aber viel zu gering aufteilen. Die Spieler werden voraussichtlich weniger als 15 Prozent der Turniereinnahmen erhalten, deutlich weniger als die geforderten 22 Prozent. Der Streit zwischen den Organisatoren der French Open und den Spielerinnen und Spielern verschärfte sich, nachdem das Turnier eine Erhöhung des Preisgeldes um 9,5 Prozent auf 61,7 Millionen Euro (72,19 Millionen US-Dollar) bekannt gegeben hatte. Die Spieler erklärten in einer Stellungnahme, ihr Anteil an den Turniereinnahmen sei von 15,5 Prozent im Jahr 2024 auf voraussichtlich 14,9 Prozent in diesem Jahr gesunken.
Sinner: „Es geht vor allem um Respekt“
„Es geht vor allem um Respekt, wisst ihr? Denn ich denke, wir geben viel mehr, als wir zurückbekommen. Das gilt nicht nur für die Topspieler, sondern für uns alle“, sagte Sinner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz bei den Italian Open in Rom. „Natürlich sprechen wir über Geld. Am wichtigsten ist Respekt, und den spüren wir einfach nicht.“ Die Thematik sei nach jenem Brief, den die Top Ten bei Frauen und Männern vor einem Jahr an die Grand-Slam-Organisatoren geschrieben haben, immer noch nicht gelöst. „Es ist nicht nett, dass wir ein Jahr später noch weit von unserem Ziel entfernt sind.“
Sinner habe von den Boykott-Androhungen gehört. „Das ist ein Bereich, in dem wir auch ansetzen müssen. Es zieht sich nun schon sehr lange hin. Mal sehen, was die Zukunft bringt.“ Djokovic, der sich schon vor Jahren u.a. für dieses Thema eingesetzt hatte, lobte Sabalenka für ihren Vorstoß. „Das ist für mich wahre Führungsstärke, und ich denke, sie muss das beibehalten. Dafür zolle ich ihr Respekt. Das ist alles, was ich dazu zu sagen habe.“
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