In Ungnade gefallen

China verurteilt zwei Ex-Militärchefs zum Tode

Außenpolitik
08.05.2026 12:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Gleich zwei frühere Verteidigungsminister wurden wegen Korruption zum Tode verurteilt. Die Strafen gegen Li Shangfu und seinen Vorgänger Wei Fenghe sollen nach zwei Jahren allerdings in lebenslange Haft umgewandelt werden. Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die tiefen Probleme innerhalb von Chinas mächtiger Volksbefreiungsarmee.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, verhängte ein Militärgericht gegen beide Ex-Minister die Todesstrafe mit zweijährigem Vollstreckungsaufschub. Nach Ablauf dieser Frist werde die Strafe automatisch in lebenslange Haft umgewandelt.

Zusätzlich verloren Li und Wei ihre politischen Rechte auf Lebenszeit, ihr Vermögen wurde beschlagnahmt. Laut Xinhua ist gegen die Urteile keine Berufung möglich.

Plötzlicher Absturz eines Ministers
Wei Fenghe war von 2018 bis März 2023 Verteidigungsminister Chinas. Ihm folgte Li Shangfu, dessen Karriere jedoch nur kurz dauerte: Ende August 2023 verschwand Li überraschend aus der Öffentlichkeit. Im Oktober desselben Jahres wurde er nach nur wenigen Monaten im Amt ohne nähere Erklärung ersetzt.

Im Juni 2024 wurden schließlich sowohl Li als auch Wei wegen Korruptionsvorwürfen aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen.

Korruptionsaffären bis in die Armeespitze
Beide Politiker waren Mitglieder der Zentralen Militärkommission, die Chinas Volksbefreiungsarmee kontrolliert. Das Gremium wird von Staats- und Parteichef Xi Jinping geleitet.

Seit dem Verschwinden Lis wurde das chinesische Militär immer wieder von Korruptionsermittlungen in höchsten Rängen erschüttert. Zuletzt gerieten auch Vize-Vorsitzende der Zentralen Militärkommission unter Verdacht und verloren ihre Ämter.

Xi setzt Anti-Korruptionskampagne fort
Korruption gilt im chinesischen Militär seit Jahren als weit verbreitet. Beobachter sehen darin auch ein Mittel, um innerhalb der Armee Karriere zu machen und Einfluss zu sichern.

Mit einer seit Jahren laufenden Anti-Korruptionskampagne versucht Xi Jinping nach offizieller Darstellung, das Problem einzudämmen und gleichzeitig die Volksbefreiungsarmee zu modernisieren. Der aktuelle Verteidigungsminister Dong Jun gilt vor allem als repräsentative Figur, da der Posten in China nur begrenzten politischen Einfluss besitzt.

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