„Was wir gerade erleben, ist der Zerfall der NATO“, warnt der ehemalige Generalsekretär der transatlantischen Militärallianz, Anders Fogh Rasmussen. Der Däne fordert ein neues Verteidigungsbündnis der Europäer.
„Wir müssen auf eigenen Füßen stehen und unseren Kontinent selbst verteidigen können“, betont Rasmussen in einem Interview der „Welt“. Europa brauche neue Verteidigungspläne und neue militärische Fähigkeiten.
In die neue Sicherheitsarchitektur solle auch die Ukraine als festes Mitglied eingebunden werden. Man sehe, „wie schnell die Ukraine neue Waffen und Munition entwickelt“, sagte Rasmussen. „Wir brauchen sie als Bollwerk gegen Russland.“ Der 73-Jährige war NATO-Generalsekretär von 2009 bis 2014. Er ist als Berater tätig. In zwei Wochen wird er als Redner beim Europa-Forum Wachau erwartet.
Expertenpapier: So könnte Europa Abhängigkeit abschütteln
Immer mehr europäische Regierungen stellen offen infrage, ob die USA noch ein verlässlicher Partner für Sicherheit und Handel sind – und beginnen, Alternativen zu denken. Im Unterschied zu NATO-Generalsekretär Mark Rutte, der davon überzeugt ist, dass eine europäische Verteidigung ohne die USA auf absehbare Zeit nicht realistisch sei, sieht eine aktuelle Analyse deutscher Experten durchaus die Möglichkeit, in wenigen Jahren militärische Unabhängigkeit zu erlangen.
In ihrem mit „Sparta 2.0“ betitelten Papier kommen die Experten aus den Bereichen der Wirtschafts- und Politikwissenschaft zum Schluss, dass es mit einem entsprechenden politischen Willen und einer geeigneten Führung möglich wäre, vor allem die militärische Abhängigkeit von Washington in drei bis fünf Jahren zu schaffen. Weitgehende Autonomie sei in den meisten Bereichen in fünf bis zehn Jahren erreichbar.
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