Erst danach isoliert

Hantavirus: Flugbegleiterin im Flieger infiziert

Ausland
07.05.2026 19:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Routineflug von Johannesburg nach Amsterdam ist nachträglich zum Ausgangspunkt internationaler Gesundheitswarnungen geworden: Eine niederländische Flugbegleiterin liegt im Krankenhaus und wird auf eine mögliche Hantavirus-Infektion getestet, während Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern Passagiere und Kontakte eines tödlichen Ausbruchs auf einem Kreuzfahrtschiff nachverfolgen.

Das Crew-Mitglied der Airline KLM wurde nach Angaben niederländischer Gesundheitsbehörden in Isolation im Universitätsklinikum Amsterdam (Amsterdam UMC) aufgenommen. Sie zeigt laut Berichten milde Symptome. Die Infektion steht im Zusammenhang mit einem zuvor bestätigten Fall an Bord des Expeditionskreuzfahrtschiffes „MV Hondius“, auf dem es zu mehreren Erkrankungen und Todesfällen gekommen ist.

Im Flugzeug saß auch erkrankte Frau
Die Flugbegleiterin befand sich am 25. April an Bord des KLM-Flugs von Johannesburg nach Amsterdam, als sie kurzzeitig mit einer niederländischen Passagierin in Kontakt kam, die zuvor vom Kreuzfahrtschiff evakuiert worden war. Laut niederländischem Gesundheitsministerium war die Frau bereits schwer erkrankt und wurde aus medizinischen Gründen später nicht zum Weiterflug zugelassen.

Die Airline KLM erklärte, die Entscheidung, die Passagierin nicht zu transportieren, sei aufgrund ihres Gesundheitszustands getroffen worden. Sie sei später in Johannesburg gestorben. Die Flugbegleiterin wurde nach ihrer Rückkehr untersucht und isoliert.

Behörden starten internationale Nachverfolgung
Die niederländische öffentliche Gesundheitsbehörde GGD hat damit begonnen, Kontaktpersonen des betroffenen Fluges zu informieren. Passagiere werden aufgefordert, mögliche Symptome über einen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu rund 60 Tagen zu beobachten. Die meisten Erkrankungen treten laut Behörden innerhalb von zwei bis vier Wochen auf.

Auch in Singapur werden derzeit zwei Personen isoliert, die sich ebenfalls im Umfeld des Ausbruchs auf dem Schiff aufgehalten haben. Beide wurden im National Centre for Infectious Diseases getestet. Die Ergebnisse stehen noch aus. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde zeigen sie bislang nur geringe oder gar keine Symptome. Das Risiko für die Bevölkerung werde derzeit als gering eingeschätzt.

Die Erklärgrafik stellt die Übertragung des Hantavirus dar. Das Virus wird meist durch Kontakt mit Ausscheidungen von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist selten. Symptome sind zunächst grippeähnlich, anschließend oft schwere Atemwegserkrankung. Die Sterblichkeit liegt zwischen 25 und 40 Prozent der Fälle. Quelle: APA/Ages.

Verbindung zu Ausbruch auf der „MV Hondius“
Der aktuelle Fall steht im Zusammenhang mit einem größeren Ausbruch auf der niederländisch registrierten „MV Hondius“. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bislang acht Fälle gemeldet, fünf davon bestätigt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte, dass aufgrund der Inkubationszeit weitere Fälle auftreten könnten.

Bei dem Erreger handelt es sich um die sogenannte Andes-Variante des Hantavirus. Anders als die meisten Hantaviren, die typischerweise durch Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren übertragen werden, kann diese Variante auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden – allerdings nur unter engen Kontaktbedingungen.

Fachleute betonen, dass solche Übertragungen selten seien. Auch die WHO bewertet das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering.

Tote und Evakuierungen nach Ausbruch auf See
Der Ausbruch auf der „MV Hondius“ hat bereits mehrere Todesopfer gefordert, darunter nach Medienberichten ein niederländisches Ehepaar sowie ein deutscher Staatsbürger. Weitere Erkrankte wurden in Schutzanzügen von Bord gebracht. Das Schiff, das zeitweise vor der Küste Westafrikas festsaß, befindet sich derzeit auf dem Weg nach Spanien, wo weitere Passagiere aussteigen sollen.

International laufen inzwischen Kontaktverfolgungen, da Passagiere das Schiff bereits verlassen hatten, bevor das volle Ausmaß des Ausbruchs bekannt wurde.

Airline arbeitet mit Behörden zusammen
KLM bestätigte den Vorfall und erklärte, man arbeite eng mit dem niederländischen Gesundheitsinstitut sowie den regionalen Gesundheitsdiensten zusammen. Alle Passagiere des betroffenen Fluges würden vorsorglich informiert.

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