Nach Hantavirus-Schock
WHO sucht jetzt 82 Fluggäste nach Infektionsflug
Nach mehreren Todesfällen auf einem Kreuzfahrtschiff und einer möglichen Weiterverbreitung des Hantavirus sucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun dringend 82 Passagiere eines Fluges. Die Sorge: Das gefährliche Virus könnte sich unbemerkt weiter ausgebreitet haben – mit potenziell tödlichen Folgen.
Ausgangspunkt der Ermittlungen ist das Expeditionsschiff „MV Hondius“, das von Ushuaia in Argentinien in Richtung Atlantik unterwegs war. Dort infizierten sich laut den vorliegenden Informationen mehrere Passagiere mit dem Hantavirus. Drei Menschen starben bereits an den Folgen der Erkrankung, vier weitere Personen sind infiziert und zeigen Symptome wie Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Lungenentzündungen und Atemnot.
Wohl Ansteckung zwischen Passagieren
Die WHO geht inzwischen davon aus, dass es auf dem Schiff mit insgesamt 147 Passagieren möglicherweise auch zu Mensch-zu-Mensch-Übertragungen gekommen ist – ein besonders beunruhigender Aspekt, da das Virus klassischerweise vor allem durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere wie Mäusen übertragen wird.
Todesfall nach Flug von St. Helena nach Johannesburg
Ein weiterer Fokus liegt auf einem Flug vom 25. April: Eine Embraer 190 der Airline Airlink flog an diesem Tag von St. Helena nach Johannesburg. An Bord befand sich eine 69-jährige Niederländerin, die zuvor vom Kreuzfahrtschiff ausgeschifft worden war und später im Krankenhaus in Südafrika verstarb. Ihr Ehemann war bereits zuvor gestorben, ebenso später eine weitere Person aus Deutschland.
Die WHO befürchtet nun, dass die Frau während des Fluges infektiös gewesen sein könnte. Deshalb wurden die Kontaktverfolgungen der Passagiere des Fluges 4Z132 eingeleitet. Ziel ist es, die 82 Fluggäste zu identifizieren und zu informieren.
WHO warnt vor möglicher Weiterverbreitung
„Die Kontaktverfolgung der Passagiere des Fluges wurde eingeleitet“, heißt es von der WHO. Die Organisation sieht die Gefahr, dass sich das Virus über den Flug weiter verbreitet haben könnte. Besonders brisant: Beim sogenannten Anden-Typ des Hantavirus sind laut WHO in seltenen Fällen auch Übertragungen von Mensch zu Mensch möglich.
Die Symptome reichen von grippeähnlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber bis hin zu schweren Atemproblemen und Kreislaufversagen.
Kreuzfahrtschiff weiter auf See – politische Spannungen
Während die Ermittlungen laufen, ist die „MV Hondius“ weiterhin unterwegs Richtung Europa und befindet sich derzeit im Bereich der Kapverdischen Inseln. Berichten zufolge wurde das Anlaufen spanischer Häfen bereits politisch diskutiert. Der Präsident der Kanarischen Inseln hat demnach angekündigt, das Schiff nicht einlaufen zu lassen.
Spanische Behörden und die WHO sollen sich zuvor über mögliche Maßnahmen abgestimmt haben – gleichzeitig wächst jedoch der politische Widerstand gegen die Pläne.
Flug als Schlüssel zur Spurensuche
Eine besondere Rolle spielt die Verbindung von St. Helena nach Johannesburg. Die Strecke wird laut Angaben nur einmal wöchentlich von Airlink bedient und gilt als zentrale Lebensader der abgelegenen Insel im Südatlantik. Genau dieser Flug steht nun im Zentrum der internationalen Kontaktverfolgung.
Die WHO versucht nun, die 82 Passagiere des Fluges 4Z132 zu erreichen – in der Hoffnung, eine mögliche weitere Ausbreitung des Virus frühzeitig stoppen zu können.









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