Über Jahre jammerten Gemeinden über zu wenig Mitarbeiter. Auch wegen der aktuellen Wirtschaftskrise ist diesbezüglich Entspannung eingekehrt – wobei das nicht jeden Ortschef freut. Ein neues Landesgesetz soll jetzt zudem Jobs in den Kommunen attraktiver machen …
Schlechte Zeiten in der Wirtschaft – gute Zeiten in den Gemeindestuben. Nach Frust-Jahren bei der Suche nach Fachkräften scheint erstmals Entspannung einzukehren.
Uns geht es derzeit sehr gut, was die Mitarbeiter betrifft. Wir sind voll besetzt, es gibt viele Bewerbungen, auch von vielen jungen Kräften.

Thomas Freylinger, Ortschef Kuchl
Bild: Andreas Tröster
In Kuchl berichtet Thomas Freylinger, dass alle Posten besetzt seien. In Bergheim jubelt Robert Bukovc: „Wir kriegen wieder Aktivbewerbungen und können aus mehreren guten Anfragen auswählen.“ Bukovc schmerzt aber die Kehrseite dieser Entwicklung: „Unangenehm ist, dass es wirtschaftlich nicht gut läuft. Mir wäre es lieber, dass Gemeinden um Mitarbeiter kämpfen müssen, es aber der Wirtschaft besser gehe.“
Mir wäre es lieber, wenn Gemeinden um Kräfte kämpfen, aber dafür die Wirtschaft gut da steht. Geht es der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.

Robert Bukovc, Ortschef Bergehim (ÖVP)
Bild: Andreas Tröster
Denn: Wenn die Wirtschaft strauchelt, sind Fachkräfte öfter auf der Suche nach sicheren Häfen – wozu der öffentliche Dienst zählt.
Wir sind beim Gehalt an das Gesetz gebunden. Es ist schwierig, mit der Privatwirtschaft mitzuhalten. Die zahlen einfach besser.

Erich Rohrmoser, SPÖ-Stadtchef Saalfelden
Bild: Kerstin Jönsson
Grund zur Freude liefert dazu jetzt eine neue Gesetzesvorlage. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler plant eine Reform bei den Gemeindebediensteten. Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Telearbeit, mehr Flexibilität: „Damit stärken wir nicht nur die Attraktivität des Gemeindedienstes, sondern sichern auch die hohe Qualität der öffentlichen Verwaltung in Salzburg nachhaltig.“
Es ist nicht mehr so schwierig, Personal zu finden. Beim Gehalt braucht es bundesweit eine Regelung für den öffentlichen Dienst.

Manfred Sampl, ÖVP-Ortschef St. Michael
Bild: Felix Roittner
Manfred Sampl, Sprecher der Salzburger Gemeinden, sagt: „Ein erster Schritt in die richtige Richtung. In Spezialgebieten ist es aber nach wie vor schwierig, Personal zu finden.“
Selbes Szenario hat Erich Rohrmoser, Stadtchef in Saalfelden: „Wir suchen immer Leute. Bei technischen Berufen ist es schwierig, mit der Privatwirtschaft mitzuhalten. Die zahlen einfach besser.“
Kein Thema in Edtstadlers Reform ist das Gehaltsschema. Kurz gesagt: Je höher die Ausbildung, desto höher das Gehalt – auch bei teils gleicher Arbeit. Dieses Thema sei laut Sampl jedoch nur auf Bundesebene für den gesamten öffentlichen Dienst zu lösen.
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