In der Papierindustrie hat auch die fünfte Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 7500 Beschäftigten keine Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gebracht. Laut Gewerkschaft folgen nun Betriebsversammlungen in ganz Österreich.
Seitens der Arbeitgeber wurde folgendes Angebot vorgelegt: Die KV-Mindestgehälter und -löhne sollen um 1,8 Prozent erhöht werden. Die Ist-Gehälter und -Löhne sollen um 2,0 Prozent steigen, jedoch gedeckelt mit 100 Euro bzw. 60 Euro in Unternehmen mit Verlust. Weiters soll es für positiv bilanzierende Betriebe eine Einmalzahlung von 500 Euro geben.
„Fleckerlteppich voller Ausnahmebestimmungen“
Das alles war der Gewerkschaft zu wenig. „Das ist kein seriöses Angebot, sondern eine Mogelpackung. Was auf den ersten Blick wie ein Verhandlungsvorschlag aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Fleckerlteppich voller Ausnahmebestimmungen, die für uns in dieser Form nicht akzeptabel sind“, betonen die Verhandler auf Arbeitnehmerseite, Walter Kogler (GPA) und Wolfgang Cerne (PRO-GE). Das aktuelle Angebot sei im Schnitt schlechter als das vorige.
Das ist kein seriöses Angebot, sondern eine Mogelpackung.
Die Gewerkschaften GPA und PRO-GE
Daher werden die Beschäftigten der Branche nun in Betriebsversammlungen über den aktuellen Verhandlungsstand informiert und über weitere Maßnahmen beraten. „Es liegt an den Arbeitgebern, ihre aktuelle Zugangsweise zu überdenken und damit den Weg für einen sozialpartnerschaftlichen Kompromiss freizumachen. Andernfalls sind auch wir bereit, den Druck zu erhöhen“, betonen die Gewerkschafter.
Arbeitgeberseite: „Legen sozial gestaffeltes Entlastungsangebot vor“
Die Arbeitgeber bezeichnen ihr Angebot hingegen als „sozial ausgewogen und wirtschaftlich verantwortungsvoll“. Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen würden davon „überproportional profitieren“. Außerdem heben sie eine steuerfreie Einmalzahlung hervor.
Die Arbeitgeber verweisen zudem auf die weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Papierindustrie. Hohe Energie- und Standortkosten, rückläufige Nachfrage in wichtigen Teilmärkten und intensiver internationaler Wettbewerb belasten die Unternehmen. Ein Kollektivvertragsabschluss müsse daher fair, sozial ausgewogen und wirtschaftlich tragfähig sein.
Mit diesem Paket setzen wir bewusst einen sozialen Schwerpunkt. Wir wollen dort unterstützen, wo Entlastung besonders wichtig ist.
Kurt Maier, Verhandlungsleiter der Arbeitgeber
Nächster Verhandlungstermin Ende Mai
Die Gewerkschaften fordern weiterhin einen Ausgleich der Teuerungsrate von 3,35 Prozent. Am 21. Mai wird in Graz weiterverhandelt.
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