Steirer für alle Fälle

ÖVP-Logik: Warum ER der neue starke Mann ist

Innenpolitik
05.05.2026 19:55

Ein weitgehend unbekannter Steirer folgt überraschend August Wöginger als ÖVP-Klubchef nach. Ernst Gödl fungierte bisher als Sicherheitssprecher, hielt sich aber im Hintergrund. Selbst die Regierungspartner SPÖ und NEOS wissen nicht viel von ihm. Die „Krone“ hat den neuen, starken Mann im ÖVP-Parlamentsklub unter die Lupe genommen und erklärt die Hintergründe seiner Kür.

Er macht Sicherheitspolitik, Sozialpolitik, Umweltpolitik, war Bürgermeister, Landtagsabgeordneter, Bundesrat und Nationalrat und ist in vielen Vereinen aktiv. Der neue ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl ist der klassische „Mann für alle Fälle“.

Dass sich der 54-jährige Steirer gegen die in der engen Auswahl Stehenden – Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Generalsekretär Nico Marchetti und Finanzsprecher Andreas Ottenschläger – durchgesetzt hat, dürfte der ÖVP-Logik zu verdanken sein.

Hier schreitet der ÖVP-Klub zur Wahl seines neuen Obmanns.
Hier schreitet der ÖVP-Klub zur Wahl seines neuen Obmanns.(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Zu viele zentrale Posten aus der schwächsten Landespartei
Ottenschläger, der die längste Zeit als Favorit gegolten hatte, ist Wiener. Da auch Marchetti aus der Bundeshauptstadt ist, wären das wohl zu viele zentrale Posten in Hand der aktuell schwächsten Landespartei (9,6 Prozent). Gegen Strasser soll sich der ÖAAB, der mit dem zurückgetretenen Wöginger den Posten bisher innehatte, gestemmt haben. Gödl, der sowohl beim ÖAAB als auch beim Bauernbund ist, war damit der perfekte Kompromisskandidat.

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Ich hatte eine sehr unruhige Nacht. Das ist schon aufregend.

Ernst Gödl

Gödl selbst gibt sich überrascht. Der Anruf von Kanzler Christian Stocker sei am Montagabend aus dem Nichts gekommen, erzählt der 54-Jährige. „Ich hatte eine sehr unruhige Nacht. Das ist schon aufregend.“

Nach der Wahl traten Stocker und Gödl vor die Presse.
Nach der Wahl traten Stocker und Gödl vor die Presse.(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Mit Stocker verbindet ihn nicht nur das Jus-Studium. Er folgte Stocker als Sicherheitssprecher nach. Thematisch ist der Steirer aber auch in der Umwelt- und Sozialpolitik zu Hause. So ist er Obmann des Hochwasserschutzverbandes Unteres Kainachtal und des Sozialhilfeverbandes Graz-Umgebung.

Er trete in große Fußstapfen, so Gödl, der sich ein Beispiel an Wöginger nehmen und den Klub „mit ruhiger Hand“ führen will.

Der zweifache Vater, dessen Tochter am Dienstag zur Deutsch-Matura angetreten ist, outet sich als „begeisterter Öffi-Fahrer mit Klimaticket“. Gödl ist studierter Jurist und hat „mit Überzeugung in Altgriechisch und Latein“ maturiert. Er wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in Zwaring-Pöls mit seinen zwei Brüdern und zwei Schwestern auf.

Für viele ist Gödl ein unbeschriebenes Blatt, auch für seine künftigen Gegenüber im roten und im pinken Klub. Zum Einstand streuten sie ihm jedenfalls Rosen. SPÖ und NEOS zeigen sich zuversichtlich, dass die gute Zusammenarbeit wie bisher weitergehen werde.

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