Der erste Champions-League-Finalist steht fest: Der FC Arsenal bezwang am Dienstagabend in einem umkämpften Halbfinal-Rückspiel Atletico Madrid in London mit 1:0. Das Hinspiel in Spanien hatte 1:1 geendet. Damit stehen die Engländer nach 20 Jahren wieder im Endspiel und träumen vom Premierentitel.
Bukayo Saka traf in Nordlondon in der 45. Minute entscheidend. Der Gegner im Endspiel am 30. Mai in Budapest wird am Mittwoch (21 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) zwischen Bayern München und Titelverteidiger Paris Saint-Germain ermittelt.
Arsenal stand zuletzt 2006 im Finale, verlor damals aber gegen den FC Barcelona. Trainer Mikel Arteta bietet sich mit seinem Team nun die Chance, neben dem ersten Titel in der Premier League seit 2004 auch in der Königsklasse den Pokal zu stemmen. Die Gunners sind als einzige Mannschaft in der laufenden Saison der Königsklasse bei nun elf Siegen in 14 Spielen weiter ungeschlagen. Atletico verpasste hingegen im 15. Jahr unter Coach Diego Simeone das dritte Finale der Vereinsgeschichte.
Arteta setzt auf Wochenend-Sieger
Arteta überraschte vor dem Spiel. Der Spanier setzte auf jene Elf, die in der Liga Fulham 3:0 besiegt hatte. Der zuletzt angeschlagene Kapitän Martin Ödegaard saß ebenso vorerst auf der Bank wie Martin Zubimendi, dafür spielte der 19-jährige Myles Lewis-Skelly im Mittelfeld. Simeone hatte in der Meisterschaft am Wochenende sein gesamtes Stammpersonal geschont. In London waren Antoine Griezmann, Julian Alvarez und Co. allesamt wieder dabei.
Atletico, in der Ligaphase 0:4-Verlierer im Emirates Stadium, stand tief, machte Räume dicht, strahlte bei Gegenstößen aber Gefahr aus. Alvarez und Giuliano Simeone tauchten in den ersten elf Minuten zweimal in Schussposition im gegnerischen Strafraum auf. Arsenal näherte sich vehementer an. So rauschte ein Querpass von Lewis-Skelly an Freund und Feind vorbei. Der letzte Pass wollte bei den Gunners nicht ankommen. Ihre bekannten Stärken bei Standardsituationen konnten die Hausherren ebenfalls nicht ausspielen.
Saka trifft kurz vor der Pause
Als der Halbzeitpfiff bereits anstand, riss es die Fans doch noch von den Sitzen. Der hart arbeitende Viktor Gyökeres brachte Atleticos Defensive durch seinen Lauf in Unordnung. Den Schuss von Leandro Trossard konnte Jan Oblak noch parieren, der als Kapitän eingelaufene Saka staubte ab. In einer von starken Defensivreihen geprägten Partie lag Arsenal nach 45 Minuten auf Kurs.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff war bei Arsenals Fans aber Durchatmen angesagt. Nach einer unfreiwilligen Kopfballvorlage von Arsenals William Saliba hatte Giuliano Simeone freie Bahn, Gabriel verhinderte jedoch per Tackling ein fast sicher scheinendes Gegentor. Atletico tat nun mehr für die Offensive. Einen Griezmann-Schuss parierte Keeper David Raya, bei einer strittigen Szene Sekundenbruchteile später reklamierten die Spanier vergebens ein Foul am Franzosen.
Beide Trainer brachten jeweils per Dreifachtausch neue Kräfte. Diego Simeone nahm kurz darauf auch Alvarez und Griezmann vom Feld. Arteta sah, wie Gyökeres aus vollem Lauf über die Latte donnerte (66.). Atletico rannte nun die Zeit davon. Der eingewechselte Alexander Sörloth fand noch eine Topchance vor, traf jedoch den Ball nicht richtig (86.). Simeones Langzeitprojekt verpasste damit auch heuer die Krönung.
Endstand:
Arsenal - Atletico Madrid 1:0 (1:0)
Tor: Saka (45.)
Hinspiel 1:1, Arsenal mit Gesamtscore von 2:1 im Finale.
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