Zunehmende Nervosität

Dürre: Landwirte melden bereits erste Schäden

Österreich
05.05.2026 15:13
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Von krone.at

Die Rekord-Trockenheit im März und April in weiten Teilen Österreichs sorgt in der Landwirtschaft zunehmend für Nervosität. Bäuerinnen und Bauern verzeichnen bereits erste Schäden. 

„Es wird Ausfälle geben, vor allem bei Wintergetreide, Mais, Soja, aber auch im Grünland“, sagt Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger. Ohne „ordentlichen Regen“ in den nächsten zwei Wochen werde es „deutliche Ertragseinbußen geben“. Die Lage in der Landwirtschaft wird sich wohl vorläufig nicht entspannen, weil für die kommenden Tage und Wochen derzeit österreichweit keine größeren Regenmengen prognostiziert sind.

Auch in den nächsten Tagen werden keine größeren Regenmengen erwartet.
Auch in den nächsten Tagen werden keine größeren Regenmengen erwartet.(Bild: APA/dpa/Julian Stratenschulte)

Besonders betroffen sind derzeit Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten, Burgenland, Wien und die Steiermark. Das bisher niederschlagsarme Jahr hat in Österreich mit einem der trockensten Aprilmonate einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Laut vorläufiger Geosphere-Bilanz verliefen nur vier Aprilmonate seit 1858 trockener. In sieben Bundesländern waren die Niederschlagsdefizite mit minus 65 bis 75 Prozent besonders hoch – und an manchen Orten fiel nicht einmal 15 Prozent der Regenmenge, die in einem April durchschnittlich anfällt.

„Auch der Schädlingsdruck steigt“
Die extreme Trockenheit kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Im April werden die Frühjahrssaaten ausgesät, die dann keimen und wachsen sollten. Durch den fehlenden Niederschlag und wenig Feuchtigkeit im Boden sind die Keimung und das Pflanzenwachstum – etwa bei Mais und Zuckerrüben – nur schwer möglich. Bei Getreide findet das Hauptwachstum im April und Mai statt, heuer hat es in diesen beiden Monaten praktisch noch nicht geregnet. „Wenn Kulturen schlecht mit Wasser versorgt und geschwächt sind, steigt auch der Schädlingsdruck“, sagt der Landwirtschaftskammer-Chef.

Die extreme Trockenheit ließ in den vergangenen Wochen und Tagen auch die Waldbrandgefahr enorm ...
Die extreme Trockenheit ließ in den vergangenen Wochen und Tagen auch die Waldbrandgefahr enorm steigen.(Bild: FF Gutenstein/Patrick Herger)

Futterprobleme für Rinder- und Milchbauern
Die Dürre im Grünland wird auch bei den Rinder- und Milchbauern zu fehlendem Futter führen. Mit der aktuellen Trockenheit sei die Lage für Rübenbauern „alles andere als optimal“, zumal diese die Ausbreitung des Rüsselkäfers begünstige, der die Zuckerrüben auffrisst. Von einer Bedrohung für die Ernte will Markus Schöberl vom Rübenbauerbund jedoch zum aktuellen Zeitpunkt – Haupternte ist im Oktober – nicht sprechen.

Tiefwurzelnde Dauerkulturen (u.a. Wein und Obst) sind von der Trockenheit derzeit noch weniger betroffen. Für die Spargelbauern, die derzeit mitten in der Vollernte stehen, ist die Trockenheit ebenfalls kein wirkliches Problem. Denn die Pflanze hat ihren größten Wasserbedarf nicht in der Erntezeit, sondern im Juni, wenn sie sich für das Folgejahr regeneriert.

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