Tote am Luxusliner
Hantavirus wohl von Mensch zu Mensch übertragen
Nach dem Ausbruch von Hantavirus-Fällen auf der „MV Hondius“ mit drei Toten sitzen die 140 Passagiere noch immer auf dem Kreuzfahrtschiff fest. Normalerweise wird der Erreger durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Doch in diesem Fall gehen Experten von einer Infektion von Mensch zu Mensch aus.
WHO-Expertin Maria Van Kerkhove erklärte am Dienstag, dass der Anden-Typ des Virus am Kreuzfahrtschiff vermutet wird. Bei diesem Erreger seien auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich, erklärte die Epidemiologin.
Verstorbenes Ehepaar dürfte sich an Land angesteckt haben
Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. Van Kerkhove wies darauf hin, dass viele Passagiere der Expeditionskreuzfahrt Wildtier-Beobachtungen und ähnliche Aktivitäten unternommen haben.
Keine Ratten an Bord
Die weitere Übertragung könnte dann an Bord zwischen Personen passiert sein, etwa in Kabinen, sagte Van Kerkhove. Sie schloss nicht aus, dass die Infektionen auch von Nagetieren auf afrikanischen Inseln stammen könnten, die im Zuge der Kreuzfahrt angefahren wurden. Laut Schiffsbetreiber seien keine Ratten an Bord, so die WHO-Expertin.
Medizinischer Transport wird vorbereitet
Bisher sind drei Passagiere der „MS Hondius“ gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und ein Deutscher. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus. Der Transport von zwei Patienten von Bord in die Niederlande werde derzeit vorbereitet, sagte Van Kerkhove.
Aktuell sind nur in einem kleinen Teil der Fälle Hantaviren gesichert nachgewiesen worden. Laboruntersuchungen zu den übrigen Infektionen und zum genauen Typ des Virus laufen.










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