Steiner vs. Glettler

Bischof-Attacke: Cowboy aus Amerika lässt grüßen

Tirol
05.05.2026 13:00

Der umstrittene Auftritt von FPÖ-Nationalrat Christoph Steiner beim Gauder Fest im Tiroler Zillertal wirft einige Fragen auf. Seiner Partei, die ja unbedingt Regierungsverantwortung will, hat er mit diesem lümmelhaften Getue einen Bärendienst erwiesen – meint Markus Gassler, Chef vom Dienst bei der „Tiroler Krone“.

Wenn du als Journalist glaubst, schon alles erlebt zu haben, dann kommt immer noch einer, der einen draufsetzt. Zuletzt passiert am Sonntag bei der Festmesse des Gauder Festes, wo Innsbrucks Bischof Hermann Glettler eine beeindruckende Predigt gehalten hat. Eine echte Predigt, in der er die Probleme unserer Zeit beim Namen nannte und vor dem immer stärker werdenden Hass und der Spaltung in unserer Gesellschaft warnte.

Der größte Spalter ist bekanntlich der Cowboy aus Amerika, über dessen Aussagen und Handlungen man sowieso nur mehr den Kopf schütteln kann. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er das alles glaubt, was er da ständig von sich gibt.

Daher waren die Worte von Bischof Hermann nicht nur richtig und wichtig, sondern auch notwendig. Worte, die man sich von einem geistlichen Würdenträger in Zeiten wie diesen erwartet. Würde man meinen. Aber das sehen scheinbar nicht alle so. Der Zillertaler FPÖ-Nationalrat Christoph Steiner sah darin einen Angriff auf seine Partei und fühlte sich zu einem abwertenden Zwischenruf während der Messe genötigt: „Du wärst besser grüner Politiker geworden“, sagte er sinngemäß.

Das ist doch kein linkes Gedankengut!
Herr Nationalrat: Der Appell, sich von Hass und Spaltung abzuwenden, hat doch nichts mit politischer Gesinnung zu tun und ist auch kein linkes Gedankengut, sondern schlicht und einfach menschlich. Man kann es – um bei den christlichen Werten zu bleiben – auch Nächstenliebe nennen.

In meinen Augen ist Steiners Ausritt ein noch nie dagewesener Fauxpas. Aber wer seine Politik verfolgt, weiß ohnedies, dass er ein – nennen wir es einmal so – sehr verhaltensorigineller und auffälliger Politiker ist. Da muss man sich nur seine Reden im Bundes- und Nationalrat auf YouTube ansehen. Sein Auftritt bei der Messe war aber noch einmal eine Stufe tiefer, den selbst einige Blaue zum Fremdschämen finden. Den Anstand, den die Blauen gerne strapazieren, lässt Steiner hier sträflich vermissen.

Seinen Parteiobmännern Herbert Kickl und Markus Abwerzger hat er damit einen Bärendienst erwiesen – das war nämlich alles andere als regierungswürdig! Fazit: Mit solchen Cowboys wird regieren schwierig bis unmöglich. Wie man beim Cowboy aus Amerika sieht.

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