Mit überquellender Leidenschaft und leichtfüßiger Virtuosität erzählte der US-amerikanische Jazzsaxophonist Joshua Redman mit seinem Quartett zum Abschluss der Jazz-Abo-Saison im Wiener Konzerthaus seine packenden musikalischen Dramen.
Als einer der „jungen Löwen“ überzeugte der 1969 in Berkley, Kalifornien, geborene Joshua Redman in den 90er Jahren Kollegen und Publikum. Nun umgibt er sich auf seinem Erkundungsweg durch die vielfältigen Wunder der Jazz-Klangwelt gerne selbst mit den vorwärtsstrebenden Jungen und lotet mit seinem Quartett im aktuellen Projekt „Words fall short“ die Weiten der musikalischen Sprache aus. Viel Gefühl ist da dabei und eine unüberhörbare Neigung zur ausgelassenen Rasanz und zur überquellenden Argumentation und viel Groove im kammermusikalischen Jazzquartett.
Die eingängige Melodie mit einer fast sonatenhaften Einleitung des knapp 30-jährigen Pianisten Paul Cornish kippt in witzig-unvermutete Taktsprünge zu den sanft verrutschten Akkorden am Klavier. Redmans souveräner Tenorsaxophon-Ton schraubt sich im explosiv-dichten Solo in ungeahnte Weiten und Höhen und begibt sich mit dem gerade erst 25-jährigen Nazir Ebo am Schlagzeug in ein amüsantes Zwiegespräch.
Bassist Philip Norris, der dritte Youngster im exquisiten Bunde, stürzt sich im liebevoll-melodischen Bass-Solo in einen wild-impulsiven Erzählfluss und zeichnet mit Redmans Sopransaxophon und den Kollegen an Klavier und Schlagzeug eine flüchtig zersplitternde Skizze, bevor man sich gemeinsam auch wieder beschwingt in einer Ballade findet. Romantik und das pralle Leben und zum Abschluss ein geradezu unverschämt-schöner „L‘Amour-Hatscher“, mit genüsslich zelebrierten Sopran-Saxophon-Kaskaden zum Drüberstreuen. Sehr delikat.
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