Die Bevölkerungszahlen in der Stadt steigen weiter. Es braucht mehr Platz. Ganz im Süden Wiens, in Rothneusiedl, wird jetzt ein neues, autofreies Viertel für bis zu 21.000 Bewohner errichtet. Doch die U1 ist frühestens erst im Jahr 2040 dort.
Wien wächst und das so rasant wie nie zuvor. Seit 2023 zählt unsere Stadt erstmals nach über einem Jahrhundert wieder über zwei Millionen Einwohner. Es braucht also viel Platz für die vielen neuen Bewohner und vor allem auch Wohnraum. Eine ziemlich große und freie Fläche findet sich derzeit noch im Süden der Stadt, genauer gesagt in Rothneusiedl. Verkehrsstadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Marcus Franz (beide SPÖ) präsentierten am Montagvormittag die nächsten Schritte für das Stadtentwicklungsgebiet.
„Wir wollen hier schließlich keine Schlafstadt errichten“
Auf 124 Hektar soll das „Zielgebiet Rothneusiedl“ alle Stückerln spielen. Geplant sind 9000 Wohnungen für bis zu 21.000 künftige Bewohner – zwei Drittel davon geförderter Wohnbau. 8000 Arbeitsplätze sowie eine Verlängerung der U1 bis an den Stadtrand sollen die notwendige öffentliche Anbindung bringen. „Es ist ein sehr langfristiges und großes Zukunftsprojekt. Die Leute sollen hier wohnen, aber auch arbeiten. Wir wollen hier keine Schlafstadt errichten“, erklärt Sima.
Ich habe Verständnis dafür, dass das Bevölkerungswachstum Unmut auslösen kann, aber Wien ist eben eine sehr attraktive Stadt.
Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ)
Der weitere Fahrplan? Vorerst noch ziemlich unkonkret. Erst Mitte der 2030er-Jahre soll mit dem Bau der U1 begonnen werden. Fertigstellung: nicht vor 2040! Der Grund dafür? Die klamme Budgetsituation der Stadt. Die Finanzierung ist daher aktuell noch völlig offen. „Wir verhandeln gerade mit dem Bund die Baukostensteigerung beim U2xU5-Ausbau. Durch die Inflation sind hier wahnsinnige Summen entstanden“, erklärt Sima im Gespräch mit der „Krone“. Wiens Planungsdirektor Thomas Madreiter betonte auch, dass die Umweltverträglichkeitsprüfungen immens umfangreicher sind: „Die Welt wird immer komplexer.“
Die SPÖ-Politikerin geht davon aus, dass noch in dieser Legislaturperiode Gespräche zur U1-Verlängerung starten. Bis dahin soll eine eigene neue „Speed-Buslinie“, der RothNEUsiedl-Express, die Menschen zu den Öffis bringen. Denn das neue Stadtviertel soll weitgehend autofrei sein...
Einen großen Vorteil gibt es bereits
Anders als in der Seestadt im Norden, wo die notwendigen Straßen erst noch errichtet werden müssen, gibt es hier bereits die Verkehrsanschlüsse. In der viel befahrenen Himberger Straße soll zudem eine Unterführung unter der Donauländebahn kommen. Und: Auch baulich wurden die Voraussetzungen schon dafür geschaffen, dass man mit einer Abzweigung bei der U1-Station Alaudagasse eine Seitentrasse nach Rothneusiedl verlegen kann. Die rote Linie wird hier dann auf Stelzen gebaut und nur oberirdisch unterwegs sein. Auf einer Länge von 2,5 Kilometern ist jetzt aber nur noch eine neue Station vorgesehen.
Die Voraussetzung für die Errichtung gibt es aber schon länger, wobei auch hier die Pläne geändert wurden. Denn schon vor 20 Jahren wurde überlegt, die U1 nach Rothneusiedl zu führen. Die Verlängerung der roten Linie gibt es inzwischen seit dem Jahr 2017, sie endet jedoch bekanntlich in Oberlaa. Zumindest soll im Jahr 2030 dann der Baustart für vorerst 3000 neue Wohnungen sein.
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