Eine Hobby-Fotografin aus Mödling musste in der Vorwoche am Zicksee in St. Andrä mitansehen, wie ein Einheimischer Gänseküken einpackte, nachdem er sie von den Eltern separiert hatte. Anzeige ist erstattet.
Da fährt jemand mit einem schwarzen Pick-up in eine Gänsefamilie, trennt die Küken von ihren Eltern, springt aus dem Auto und packt zwei Gänsekinder. Die schmeißt er einfach in sein Auto. Als er bemerkt, dass er beobachtet wird, springt er ins Auto und rast davon.
Nur Fantasie? Leider nein. So geschehen am vergangenen Mittwoch in St. Andrä am Zicksee. Beobachtet wurde das von zwei Fotografen, die sich eigentlich nur einen schönen Tag im Burgenland machen wollten.
Zeugin „konnte die halbe Nacht nicht schlafen“
„Ich war fassungslos und konnte die halbe Nacht nicht schlafen. Also habe ich am nächsten Tag ein Posting in einer Burgenland-Gruppe auf Social Media verfasst und mein Erlebnis geschildert“, erzählt die Mödlingerin. „Eigentlich wollte ich nur, dass andere auch schauen und aufpassen. Aber ich habe extrem viele Zuschriften, Fotos und sogar ein Video von dem Menschen bekommen, der so was anscheinend nicht erst seit gestern macht.“
Einer, den man wegen seiner Taten kennt
Der amtsbekannte Landwirt aus dem Bezirk Neusiedl am See verfolgt Gänsefamilien mit seinem Pick-up auch am Feld. „Angeblich um seinen Besitz zu schützen“, schäumt die Tierfreundin vor Zorn. Ihr wurde ein Video zugespielt, das ihn dabei zeigt, wie er mehrere Gänsefamilien im Auto über den Acker jagt. Sie hat Anzeige bei der Polizei erstattet, den Nationalpark informiert – der sie wiederum an die Polizei verwies, weil der Zicksee nicht zum Nationalpark gehört – und auch bei Bird Crime angerufen.
Was sie gar nicht versteht, ist, dass es Menschen gibt, die wissen, was der Mann tut, ihn aber dafür nicht zur Rechenschaft ziehen und Anzeige erstatten. „Gibt es wirklich mittlerweile so wenig Empathie und Zivilcourage schwächeren Lebewesen gegenüber?“, versteht sie die Welt nicht mehr. Vor allem, weil es ja auch die Möglichkeit der anonymen Anzeige gibt.
Die Niederösterreicherin lässt die Geschichte auf jeden Fall nicht auf sich beruhen und sie hofft, dass der Mann die Küken nur mitgenommen hat, um sie selbst großzuziehen und er ihnen nicht schon etwas angetan hat. Ins Burgenland möchte die Frau jetzt eine Weile nicht fahren: „Ich habe jetzt so viele Geschichten über diese Person und auch ein paar andere gehört, dass mir mein Wohlfühlort so richtig vermiest worden ist“, ist sie frustriert. Bleibt zu hoffen, dass der Bauer dieses Mal nicht ungeschoren davonkommt.
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