Muss er Wogen glätten?

US-Außenminister Rubio besucht Papst im Vatikan

Außenpolitik
04.05.2026 16:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Papst Leo XIV. wird am kommenden Donnerstag US-Außenminister Marco Rubio im Vatikan empfangen. Das berichtete das Umfeld des Pontifex. Rubio soll auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zusammentreffen. Die geplanten Treffen erfolgen vor dem Hintergrund jüngster Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Papst.

Trump hatte Leo XIV. als „schwach“ im Umgang mit Kriminalität und als „schlecht“ in der Außenpolitik bezeichnet. Zudem lieferten sich die beiden einen Schlagabtausch aufgrund des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach von „sinnloser und unmenschlicher Gewalt“. Christinnen und Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die „heute Bomben abwerfen“. Er habe „keine Angst“ vor der Trump-Regierung und sehe es als seine „moralische Pflicht“, sich gegen den Krieg auszusprechen.

Der US-Präsident reagierte wütend und warf dem Papst vor, mit einem Land gemeinsame Sache zu machen, „das eine Atomwaffe will“. Am vergangenen Freitag ernannte Leo XIV. dann einen illegal in die USA eingereisten Migranten zum Bischof der Diözese Wheeling-Charleston im US-Bundesstaat West Virginia. Trump verfolgt bekanntlich einen harten Kurs gegen Migrantinnen und Migranten. Leo XIV. hat diesen bereits als „äußerst respektlos“ bezeichnet und einen „menschlichen Umgang“ gefordert.

Kann Meloni wieder vermitteln?
Italienische Medien stellen Rubios geplanten Besuch am Donnerstag und Freitag daher als Bemühen um eine „Tauwetterdiplomatie“ dar. Der US-Außenminister soll auch seinen italienischen Amtskollegen Antonio Tajani treffen. Laut Berichten wird es wahrscheinlich noch ein Treffen mit Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto geben. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hat die Kritik Trumps am Papst als „inakzeptabel“ bezeichnet, woraufhin sich der US-Präsident auch kritisch über sie zeigte. In der Vergangenheit versuchte sie immer wieder, zwischen dem Republikaner und Kritikerinnen und Kritikern in der EU zu vermitteln. Sie galt als Vertraute von Trump. Aktuell wirft er ihr unter anderem vor, den Krieg im Iran nicht zu unterstützen.

Rubio hatte den Papst bereits im vergangenen Jahr getroffen – am 18. Mai 2025, dem Tag der Amtseinführung von Leo XIV., sowie am Folgetag, als der Papst auch US-Vizepräsident JD Vance empfing.

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