Unterhalt für Kinder

So werden Alleinerziehende künftig unterstützt

Innenpolitik
02.05.2026 13:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Bundesregierung hat eine Unterhaltsgarantie für Alleinerziehende geplant. Am kommenden Montag wird ein Gesetzesentwurf in Begutachtung gehen, wie Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) ankündigte. Betroffene werden pro Monat 240 Euro pro Kind erhalten.

Der Fonds richtet sich an Alleinerziehende, die wegen Leistungsunfähigkeit oder Nichtgreifbarkeit des zweiten Elternteils keinen Kindesunterhalt beziehungsweise Unterhaltsvorschuss bekommen. Das kann etwa dann der Fall sein, wenn der Elternteil krank ist. Auch Alleinerziehende mit Halbwaisen oder Waisen bekommen Geld aus dem Fonds, wenn sie keinen Anspruch auf Waisenpension haben.  Betroffene erhalten monatlich pro Kind 50 Prozent des Halbwaisenrichtsatzes, zwölfmal pro Jahr ausbezahlt. Für 2026 liegt die Leistungshöhe bei 240 Euro, die auf die Sozialhilfe, nicht aber auf die Familienbeihilfe angerechnet wird

Für Gewaltbetroffene in akuten Krisensituationen ist auch eine Einmalzahlung von bis zu 4000 Euro möglich, um Mehrausgaben zu decken. Allerdings gibt es eine Einkommensgrenze für alle. Um Gelder zu bekommen, darf das monatliche Nettoeinkommen die Schwelle von 2768 Euro nicht überschreiten. Die Altersgrenze der Kinder liegt bei 18 Jahren, wobei es Ausnahmen für Jugendliche in der Erstausbildung (Bezug bis zum 20. Lebensjahr möglich) und für dauerhaft erwerbsunfähige Jugendliche, etwa mit einer Behinderung, gibt.

SPÖ-Forderung seit Jahren
Der Fonds soll planmäßig per 1. Juli 2026 beginnen. Die Leistung muss jährlich neu beantragt werden, Änderungen bei den Anspruchsvoraussetzungen sind zu melden. Das Sozialministerium wird eine Stelle einrichten, bei der Beschwerden gegen Ablehnungen eingebracht werden können.

Die Forderung nach einer Unterhaltsgarantie erhebt die SPÖ seit vielen Jahren. Von ÖVP und FPÖ kam zunächst Ablehnung, da sie einen Abfluss der Gelder ins Ausland befürchteten. Inzwischen steht der Fonds im schwarz-rot-pinken Regierungsprogramm. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) sprach am Samstag von einem „großen Meilenstein“ für Frauen und ihre ökonomische Unabhängigkeit. „Ökonomische Unabhängigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben. Mit dem Unterstützungsfonds können wir hier Alleinerziehenden und ihren Kindern unter die Arme greifen“, sagte sie.

Zitat Icon

Ökonomische Unabhängigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben.

Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner

„Wir schließen gezielt eine Lücke im System, dort, wo Alleinerziehende bisher trotz aller Leistungen durchgefallen sind, weil weder Unterhalt noch andere Ansprüche greifen“, sagte Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP), die den Unterstützungsfonds für ihre Partei mitverhandelt hatte. Zustimmung kam auch von der Gewerkschaft, wobei die ÖGB Frauen in einer Aussendung festhalten, dass es langfristig mehr brauche, unter anderem leistbare Kinderbetreuung und faire Einkommen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung