Hunderte Festnahmen

Wasserwerfer, Tränengas: 1.-Mai-Krawalle in Europa

Ausland
01.05.2026 17:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

In den europäischen Städten Istanbul und Turin ist es am 1. Mai zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Es gab Festnahmen und Verletzte.

Die türkische Polizei lieferte sich in Istanbul Auseinandersetzungen mit Demonstranten, die anlässlich des 1. Mai zum berühmten Taksim-Platz marschieren wollten. Zuvor hatten die Behörden Versammlungen in diesem Gebiet verboten. Die lokale Anwaltsvereinigung CHD bezifferte die Zahl der Festgenommenen auf über 300. 

Zufahrtsstraßen gesperrt
Die Bereitschaftspolizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zu zerstreuen, und sperrte unter strengen Sicherheitsvorkehrungen die Zufahrtsstraßen zum Taksim-Platz, schrieb die Zeitung „Cumhuriyet“. Aufnahmen des oppositionellen Senders Halk TV zeigen, wie mehrere Personen während der Zusammenstöße in Polizeifahrzeuge gezwungen wurden.

Bilder aus Istanbul:

(Bild: AFP/YASIN AKGUL)
(Bild: AFP/YASIN AKGUL)
(Bild: AFP/YASIN AKGUL)
(Bild: AFP/YASIN AKGUL)
(Bild: AFP/OZAN KOSE)
(Bild: AP/Khalil Hamra)
(Bild: AFP/OZAN KOSE)
(Bild: AFP/OZAN KOSE)
(Bild: AFP/OZAN KOSE)
(Bild: AFP/BERK OZKAN)

Zugänge zum Platz gesperrt
Das Büro des Gouverneurs von Istanbul hatte zuvor angekündigt, dass Demonstrationen und Märsche rund um den Taksim-Platz und in den angrenzenden Gebieten nicht erlaubt seien, und verwies dabei auf Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Die Behörden hatten einige U-Bahn-Stationen und Hauptverkehrsstraßen in Teilen der Stadt gesperrt und zwei Orte auf der asiatischen Seite der Stadt für die Feierlichkeiten am Tag der Arbeit zugewiesen.

Der Taksim-Platz, ein symbolträchtiger Ort für die türkische Arbeiterbewegung und Schauplatz der Gezi-Park-Proteste von 2013, ist seit vielen Jahren für Mai-Kundgebungen praktisch gesperrt.

Lage eskalierte auch in Turin
Bei einer Demonstration zum Tag der Arbeit kam es auch in der italienischen Stadt Turin zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Die Lage eskalierte, als sich eine Gruppe von Anarchisten vom Demonstrationszug löste und in Richtung des kürzlich von der Polizei geräumten Kulturzentrums Askatasuna zog. Dort kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Bilder aus Turin:

(Bild: EPA/ALESSANDRO DI MARCO)
(Bild: AFP/ALAIN JOCARD)
(Bild: AP/Mauro Ujetto)
(Bild: EPA/ALESSANDRO DI MARCO)
(Bild: EPA/ALESSANDRO DI MARCO)

15.000 Demonstranten auf den Straßen
Nach Angaben von Beobachtern versuchten Hunderte Aktivisten, sich dem Gelände des geschlossenen Kulturzentrums zu nähern, das im Dezember nach jahrzehntelanger illegaler Besetzung geräumt worden war. Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab. Es kam zu wiederholten Zusammenstößen. Die Einsatzkräfte reagierten mit Wasserwerfern und Tränengas. Mehrere Personen wurden verletzt. Rund 15.000 Menschen hatten an der traditionellen Demonstration der Gewerkschaften zum 1. Mai in Turin teilgenommen.

Die größten Demonstrationen in Italien fanden in Rom und Mailand statt. Im Mittelpunkt standen Forderungen nach „menschenwürdiger Arbeit“, höheren Löhnen, mehr Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Umgang mit den Folgen technologischer Veränderungen, insbesondere durch Künstliche Intelligenz. Die italienischen Sicherheitsbehörden hatten im Vorfeld ein erhöhtes Risiko angekündigt, da neben der offiziellen Demonstration auch eigenständige Aktionen anarchistischer Gruppen erwartet worden waren.

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