Arbeiten im Alter

Firmen wollen Sicherheit bei Aktiv-Pensionisten

Burgenland
30.04.2026 16:00

Ein Betriebsbesuch von Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl in Neutal zeigte, dass die Wirtschaft die künftige Aktiv-Pension für Mitarbeiter durchaus positiv sieht. Allerdings wünscht man sich dabei mehr Sicherheit in vertraglicher Form.

Rund 150.000 Personen arbeiten derzeit in ihrer Pension weiter. Mit dem steuerlichen Freibetrag von 15.000 Euro soll dies ab 2027 für mehr Menschen attraktiv werden. Anlässlich eines Betriebsbesuches beim Aufzughersteller Friedl in Neutal besprach Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) das Modell mit Unternehmenschef Jürgen Friedl: „Damit schaffen wir eine wirksame Entlastung für Erwerbstätige und senden ein wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort.“

Firmenchef Jürgen Friedl führt Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und WKO-Präsident Andreas ...
Firmenchef Jürgen Friedl führt Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und WKO-Präsident Andreas Wirth durch seinen Standort in Neutal.(Bild: Bettina Mader)

Erfahrung geht nicht verloren
Die Neuerung bringt Unternehmen die Chance, das Wissen langjähriger Mitarbeiter im Betrieb zu halten. Jürgen Friedl dazu: „Ich kann so einen erfahrenen Techniker länger einsetzen. Allerdings bräuchte ich dafür auch eine vertragliche Planungssicherheit, wie lange er in der Pension verfügbar ist.“ Wenn jemand etwa für 3 Jahre für 20 Stunden arbeiten wolle, wäre das anwendbar, aber so Friedl: „Wer gibt mir die Absicherung, dass der Mitarbeiter nicht plötzlich aufhört.“ Andreas Wirth, Präsident der Burgenländischen Wirtschaftskammer, sieht die Aktiv-Pension auch als Chance in der Lehrlingsausbildung: „Ich bemerke, dass es viele ältere Mitarbeiter gibt, die ihr Wissen gern an die Lehrlinge weitergeben würden. Das könnte man gut umsetzen.“

Investitionen für den Arbeitsmarkt
Insgesamt sind für die Maßnahmen rund 470 Millionen Euro jährlich vorgesehen, um mit der neuen Aktiv-Pension vorhandene Arbeitskräftepotentiale, etwa angesichts des Facharbeitermangels, besser zu nützen. Aufzughersteller Friedl erwartet sich in seinem Bereich aber auch viel von Künstlicher Intelligenz (KI): „Irgendwann werden Techniker im Büro durch KI ersetzt werden. Wenn es aber wirtschaftlicher ist, dann arbeite ich gern mit dem erfahrenen Techniker weiter.“

Finanziert mit Steuergeld
Der Freibetrag von 15.000 Euro gilt für Personen, die zusätzlich zur Alterspension weiterarbeiten und jene, die den Pensionsantritt bewusst aufschieben, um länger im Erwerbsleben zu bleiben. Möglich ist dies Frauen mit 34, beziehungsweise Männern mit 40 Versicherungsjahren. Dabei fällt auch der Beitrag des Dienstnehmers zur Pensionsversicherung (10,25 Prozent) weg, egal ob er die Pension bereits bezieht oder nicht – was netto mehr Geld bringt. Die Dienstnehmer-Beiträge werden für Aktiv-Pensionisten aus Steuermitteln geleistet. Die Höherversicherung entfällt auch und das gilt auch für Selbständige. Die Wirkung dieser Maßnahmen soll im Jahr 2030 ausgewertet werden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

3° / 15°
Symbol wolkenlos
1° / 15°
Symbol wolkenlos
2° / 14°
Symbol wolkenlos
2° / 15°
Symbol wolkenlos
2° / 14°
Symbol wolkenlos
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung