Die aktuelle Konjunkturumfrage unter Vorarlbergs Industriebetrieben gibt nur wenig Anlass zur Hoffnung: Der sich noch vor einigen Monaten andeutende Aufschwung hat sich verflüchtigt, die Aussichten sind schlecht.
Die Vorarlberger Industriebetriebe sehen sich laut der aktuellen Konjunkturumfrage der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) und der Industriellenvereinigung (IV) in einer tristen Lage. Die Ergebnisse der Befragung für das 1. Quartal 2026 geben Anlass zu großer Sorge: So beurteilten 28 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, negativ fielen auch die Einschätzungen zu Erträgen und Auftragsbestand aus.
Der Geschäftsklimaindex – also der Mittelwert der Einschätzung zur derzeitigen Geschäftslage und jener in einem halben Jahr – sank von plus 13 auf minus 9,1 Prozentpunkte. Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten sechs Monaten sehen die Unternehmen nicht.
Dramatische Ertragslage
Als geradezu „dramatisch“ beurteilte WKV-Spartengeschäftsführer Michael Amann die Einschätzung der Ertragslage: „Die Erträge brechen weg, 31 Prozent der Unternehmen sehen hier eine negative Entwicklung.“ Auch der Auftragsbestand ist weiter schwach, so bewertete kein einziger (!) Betrieb die Lage bei den Auslandsaufträgen als gut. Folglich geht man in den meisten Unternehmen auch davon aus, dass die Produktionstätigkeit in den kommenden Monaten abnehmen wird – und das hätte dann wohl auch negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
Wachsende Sorge um Industriestandort
Bei der Wirtschaftskammer wächst die Sorge um den Industriestandort, viele Unternehmen seien bereits auf Alternativensuche innerhalb und außerhalb Europas. „Unser Standort steht vor einer schleichenden Deindustrialisierung, wenn Standortnachteile nicht beseitigt werden“, warnt Amann. Das Doppelbudget 2027/28 der Bundesregierung helfe dabei nur sehr bedingt. Die angekündigte Lohnnebenkostensenkung gehe zwar in die richtige Richtung, falle aber zu gering aus und komme mit 2028 zu spät. Zudem zerstöre die Gegenfinanzierung über eine höhere Körperschaftssteuer die Vorteile wieder.
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